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Tag Archives: DIY

In bestimmten Situationen kann es Sinn machen eine Kamera automatisiert auszulösen, z.B. bei der Highspeed Fotografie, aber auch für Intervall-Aufnahmen oder Selbstportraits. Die meisten Kameras bieten bereits einen Selbstauslöser oder lassen sich ferngesteuert bedienen wenn man das entsprechende Zusatzzubehör kauft. Alternativ kann man auch selbst etwas basteln und mit Hilfe von Mikrocontroller Boards sogar automatisieren. In einem älteren Blogeintrag habe ich bereits ein mögliches Einsatzszenario skizziert. Hier möchte ich mich jetzt der technischen Seite widmen und ein paar von meinen eigenen Erfahrungen mit der Materie schildern.

Technische Grundlage

Der Elektronikhandel bietet eine breite Palette von so genannten „Mikrocontroller Boards“ an die sich sehr gut zum Fernsteuern von Kameras eignen. Die bekannteste und verbreitetste Variante ist der Arduino der in verschiedenen Formaten erhältlich ist (von „Nano“ bis „Mega“) und sich gezielt an Einsteiger richtet. Das Standardboard, der Arduino Leonardo, ist für etwa 25 EUR erhältlich.

Arduino Uno (der Vorgänger des Leonardo)

Arduino Uno (der Vorgänger des Leonardo)

Arduinos lassen sich per Batterie betreiben und bieten vereinfacht gesagt eine Reihe von digitalen Ein- und Ausgängen, an die sich elektrische Komponenten anschließen und gezielt ansteuern lassen. Damit lassen sich mit einfachen Mitteln sehr spannende Projekte realisieren, wie eine breite Auswahl von Beispielen im Web zeigt.

Um beispielsweise Sensorwerte auszulesen oder Aktoren wie LEDs (oder Kameras, dazu später mehr!) anzusteuern lassen sich die Boards mit Hilfe einer frei erhältlichen Entwicklungsumgebung programmieren. Dabei ist es sehr hilfreich dass es eine sehr aktive Community um den Ardino gibt die neben einfachen Programmierbeispielen auch komfortable Softwarebibliotheken bereitstellt die man in eigene Projekte einbinden kann. Gerade auch für das Ansteuern von Kameras gibt es dort eine breite Auswahl von Beispielprojekten.

Außerdem bieten Hardwarehersteller eine große Palette von Zusatzboards an, so genannte „Shields“, die sich einfach auf den Arduino aufstecken lassen und weitere Funktionalitäten wie Wlan oder Bluetooth bereitstellen.

Die Verbindung zur Kamera

Für das Ansteuern einer Kamera mit einem Arduino Board bestehen grundsätzlich die gleichen Möglichkeiten wie mittels gekauftem Zubehör. Viele Kameras haben beispielsweise einen Infrarot Empfänger für eine Fernbedienung, die sich mittels einen IR Diode vom Arduino auslösen lassen (entsprechende Softwarebibliotheken, die mit verschiedenen Kameramodellen „sprechen“ können, sind sogar bereits vorhanden).

Eine andere Möglichkeit ist die Verbindung per Kabel. Die meisten Kameras lassen sich recht einfach auslösen indem zwei Kontakte (einer für den Autofokus, und ein zweiter für den Auslöser) mit einem Minus Pol kurzgeschlossen werden. Um herauszufinden wie die Steckerpins für die entsprechende Kamera belegt sind lohnt sich eine Recherche im Internet (hier z.B. ein Beispiel für den 10-poligen Stecker einiger Nikon Kameras). Wenn man schon einen Kabelfernauslöser hat kann man das recht einfach nachvollziehen da diese nach dem gleichen Schema funktionieren.

Arduino mit Bluetooth-Shield und angeschlossenem Kamera-Kabel (der Optokoppler ist auf der kleinen Lochrasterplatine unter dem schwarzen Isolierband)

Arduino mit Bluetooth-Shield und angeschlossenem Kamera-Kabel (der Optokoppler ist auf der kleinen Lochrasterplatine unter dem schwarzen Isolierband)

Für das Anschließen an den Arduino kann man ein vorhandenes Kabel nehmen und es mittels Optokopplern an die digitalen Ausgänge des Boards anschließen. Steuert der Arduino die Ausgänge an, schließt der Optokoppler die entsprechenden Stromkreise in der Kamera und es wird ein Foto aufgenommen. Auf ganz ähnliche Art und Weise kann man auch ein Blitzgerät ansteuern, was insbesondere bei der Highspeed Fotografie sinnvoll sein kann wenn die Kamera-Fernauslösung zu träge ist für das Einsatzszenario.

Auslösen per Fernsteuerung

Ist die Kamera erst mal mit dem Arduino verbunden bieten sich eine ganze Reihe von Möglichkeiten für Experimente. So kann man mittels einer IR Diode und einem IR-empfindlichen Lichtsensor eine Lichtschranke bauen und die Kamera auslösen sobald der Mikrocontroller eine Änderung registriert. Oder man schließt ein Mikrofon an, etwa um einen platzenden Ballon im richtigen Moment zu erwischen. Andere Einsatzszenarien sind Intervallaufnahmen oder Langzeitbelichtungen etwa in der Astrofotografie.

Eine weitere Variante ist das Auslösen der Kamera per Funk, etwa mit Hilfe eines Bluetooth-Shields und eines Android-Handys, was ich bereits an anderer Stelle beschrieben habe.

Fazit

Kameras per Mikrocontroller fernzusteuern bietet vielfältige Möglichkeiten insbesondere für die Studiofotografie und erfordert nur geringe finanzielle Ressourcen. Vorerfahrungen in der Elektronik sowie in der Programmierung sind dabei von Vorteil, insbesondere wenn man Kameras per Kabel ansteuern will da hier die Möglichkeit besteht seine teure Hardware durch falsche Verkabelung zu beschädigen. Zudem ist für komplexere Projekte viel Zeit zum Ausprobieren erforderlich, da sich einfache Ergebnisse zwar relativ leicht realisieren lassen, aber der Teufel oft im Detail steckt und viel Feinarbeit erfordern kann. Durch die breite Palette an vorhandenen Beispielprojekten die man Nachbauen oder bei seinen eigenen Versuchen weiterentwickeln kann bieten sich aber auch für Einsteiger gute Lernmöglichkeiten und führen schnell zu ersten Erfolgen.

— Alex

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Fertiger Space Invader

Wer dieses Blog besucht wird sich für das Fotografieren interessieren und vielleicht auch für Fotos. Flickr ist ja auch schön und gut, aber ab und an möchte man vielleicht auch eines der eigenen Bilder an der Wand sehen. Da sich hier im Laufe der Zeit so einiges ansammelt, lässt sich daraus leicht eine Art Mosaik oder Collage herstellen. (Ich bin fest davon überzeugt, dass ich diese Idee exakt so zuvor auf einem anderen Blog gesehen habe. Allerdings ist es mir bis heute nicht gelungen die genaue Quelle ausfindig zu machen. Wenn jemand weiß woher das stammt, würde ich mich über Feedback freuen).

Das Mosaik soll nun einerseits ein paar Fotos zeigen, andererseits selbst eine bestimmte Gestalt besitzen. In diesem Beispiel wurde eine Figur aus dem Computerspiel „Space Invaders“ ausgewählt. Mit kleinen Kacheln wurde die grobe Figur aus dem altertümlichen Computerspiel dargestellt.Die Figur ist dabei wie auf dem Bild zu erkennen so grobschlächtig, dass jeder Pixel der Computergrafik durch ein Foto repräsentiert werden kann. Die folgende Artikel ist eine Anleitung, wie ihr aus euren Bildern einfach selbst ein solches Mosaik anfertigen könnt.

Vorbereitung – Material und Werkzeug für den Bau

Werkzeuge Vorbereiten

  • Messschieber
  • Bohrmaschine + 5mm Holzbohrer
  • Teppichmesser
  • Zollstock/Maßband
  • Hammer
  • Sandpapier – mittlere Körnung, zum entgraten der Sägekanten und Ecken.
  • Wasserwage
  • Holzplatten: 90mm x 90mm x 28mm; Wurden im Baumarkt direkt auf dieses Maß geschnitten. Hier wurden 50 Stück verwendet. Das hängt aber natürlich vom Motiv ab.
  • 1 Dose Sprühkleber (reicht für 50 Kacheln und man hat noch etwas über)
  • Ausbelichtete Fotos in 9x13cm. Am besten ein paar mehr als die Anzahl der Kacheln, falls etwas schief geht.
  • Nägel zum Aufhängen (15mm x 1mm) – möglichst klein. Vermutlich sind Stecknadeln noch besser, hatte aber keine
  • Schnittfeste Unterlage
  • Zeitungspapier

1. Schritt – Fotos herstellen (Wo? Computer + Foto Labor des Vertrauens)
Zuerst einmal beginnt ihr damit, eine Auswahl der Fotos zusammenzustellen, die später euer Mosaik ergeben soll. Da die Fotos beim späteren Arbeiten Schaden nehmen können, ist es sinnvoll ein paar auf Ersatz vorzubereiten (Für den Space Invader wurden 56 Bilder vorbereitet). Da die Kacheln quadratisch werden, sollten natürlich auch Bilder gewählt werden, die im quadratischen Zuschnitt wirken. Der Zuschnitt (quadratisch) kann dann Beispielsweise in Lightroom vorgenommen werden.

Anschließend geht ihr mit euren bearbeiteten Bildern in das lokale Foto Labor und lasst sie in 9 x 13 cm ausbelichten.

2. Schritt – Trägermaterial für die Fotos (Baumarkt)

Nun benötigt ihr ausreichend viele quadratische Holzplatten für euer Motiv. Damit sie zu den Bildern passen, müssen sie Kantenlänge 9 cm haben (Also 9 x 9 cm) Für den Space Invader braucht man 46 Stück. Auch hier bietet es sich allerdings an 2 – 3 auf Reserve zu haben. Die Platten bekommt ihr im Baumarkt. Sie werden auf Anfrage auf dieses Maß geschnitten. Wegen den vielen Sägestellen, waren die Platten erst am nächsten Tag fertig. Das Holz (28mm starke Leimholzplatte) inklusive des Sägens haben etwa 35,- € gekostet.

3. Schritt – Befestigungsmöglichkeit anbringen (Werkstatt)

Mit dem Maßband und Bleistift oder Messschieber markiert ihr nun auf jeder Kachel, wo sich jeweils ein Loch zum Aufhängen befinden soll. In einer ordentlich ausgestatteten Werkstatt kann man sich vielleicht auch eine Bohrschablone basteln, dann kann man sich die viele Markierungsarbeit sparen. Hier wurde jede Platte allerdings mit dem Messschieber markiert. (20mm von oben und 45mm von der Seite – also in der Mitte).

Anschließend bohrt ihr genau an der Markierung in jede der Holzplatten ein Loch. Dabei am besten nicht ganz durchbohren, damit die Fotos auf der Frontseite später gut aufliegen. Die Löcher in den Kacheln des Space Invader sind etwa 10mm tief.

Letzter Schritt zur Vorbereitung der Kacheln: Wenn die Kanten vom Sägen scharf sind, könnt ihr sie vorsichtig mit Sandpapier etwas weicher machen.

4. Schritt – Fotos Aufkleben (Werkstatt)

Aufkleben der Fotos

Hier gibt es einiges zu beachten. Es gibt zwei Techniken mit dem Kleber umzugehen. 1) Beide Seiten einsprühen, antrocknen lassen und dann zusammenkleben. Das ist dann sofort bombenfest und nicht mehr verschiebbar. Deshalb empfiehlt sich Methode Nummer 2) Eine Seite (nämlich die Rückseite des Foto) einsprühen, dann noch feucht auf die Holzplatte legen, positionieren und leicht andrücken. Dabei können immer nur wenige Fotos gleichzeitig mit Kleber besprüht werden, weil er sonst zu schnell trocknet. Die Fläche auf der die Fotos besprüht werden sollte mit Zeitungspapier abgedeckt werden. Alle paar Durchgänge sollte die Zeitung erneuert werden da die Fotos sonst Kleber Reste auf der Motivseite abbekommen können.

Nach dem Andrücken, wird jede Kachel auf die Motivfläche gelegt und mit dem Cutter Messer an der Holzkante entlang abgeschnitten. Jetzt wird also auf einem 9×13 Foto mit weißen Rändern ein 9×9 Foto. Die Kacheln müssen jetzt eine Weile trocknen. Am besten werden diejenigen, die (mit Zeitung dazwischen) aufeinander gestapelt oder anderweitig beschwert werden.

5. Schritt – Aufhängen (Die Zielwand)

Damit das Mosaik wirkt, müsst ihr jetzt einigermaßen genau Nägel oder Nadeln in die Wand schlagen. Hier wurde ein Hilfsmittel verwendet. Auf einem Holzbrett wurden die Abstände der Kacheln mit einem Bleistift markiert (in diesem Fall genau 10cm). Das Brett diente nun für jede Reihe als „Lineal“. Das Brett wurde auf einen kleinen Tisch abgelegt (und mit der Wasserwage ausgerichtet). Dies war die unterste Reihe der Kacheln. Anschließend wurde das Brett für jede Reihe um 10 cm erhöht (mit Büchern, CDs, Kartons, etc. unterbauen) und wiederum an der Wand markiert, wo ein Nagel eine der Kacheln festhalten soll.

Für jede Markierung schlägt man einen Nagel oder eine Nadel in die Wand und kann dann eine Kachel nach eigenem Gusto aufhängen.

 

Viel Spass beim basteln.

— Sebastian