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Category Archives: Abgelaufene Filme

Ich hatte neulich mal wieder einen abgelaufenen Film in der Kamera. Nachdem ich schon längere Zeit mit abgelaufenem Material (hauptsächlich Fuji Sensia und Velvia) fotografiere hatte ich eigentlich nicht wirklich mit sichtbaren Effekten gerechnet, wurde aber überrascht: alle Positive sind gesprenkelt mit roten Punkten unterschiedlicher Größe, sieht ein wenig nach Masern aus. Bei dem Film handelte es sich um einen seit 2006 abgelaufenen Agfa Precisa 200, bei der Kamera um eine Nikon FA.

Hier mal einige unbearbeitete Beispiele aus dem Durchlichtscanner, aufgenommen auf dem Kölner Melatenfriedhof:

In meinem Flickr-Stream gibt es auch noch einige relativ stark nachbearbeitete Fotos aus der Serie zu bewundern.

Inzwischen ist auch der (seit 2006 abgelaufene) Kodak Elite Color 400 fertig, den ich am Pinhole Day in einer zur Lochkamera umfunktionierten Nikon FA hatte. Von den Ergebnissen bin ich im Vergleich zu den digitalen Aufnahmen weniger begeistert; allerdings habe ich auch nicht selbst gescannt, sondern bisher nur die unbearbeiteten Scans des Fotolabors angesehen. Außerdem macht es wohl die Masse, denn digital habe ich ungefähr drei Mal so viele Aufnahmen gemacht, wie analog. Und es ist eben insbesondere auch der Ausschnitt, der das Foto macht, und das erfordert mangels Sucherbild eben Glück und daher viele Versuche. Egal, ein paar sind jedenfalls auch ganz gut geworden, wie ich finde:

Die Rahmendaten der Aufnahmen sind die gleichen wie bei den digitalen Pendants im letzten Blogeintrag: Pinhole Größe 0,3 mm, f150, „Brennweite“ 45mm. Im Unterschied zu den digitalen habe ich mich bei der FA jedoch auf den eingebauten Belichtungsmesser verlassen. Die FA hat nämlich (im Gegegnsatz zur D80 und meines Wissens den meisten Spiegelreflexkameras) ein so genanntes closed loop Belichtungssystem. Das bedeutet grob gesagt, dass die Kamera die Belichtung (nochmal) nach dem Auslösen misst, wenn das Objektiv bereits abgeblendet wurde. Daher ist die FA bei der Belichtungsmessung nicht darauf angewiesen, die am Objektiv eingestellte Blende zu kennen, weshalb sie auch auch mit einem Pinhole tadellos funktioniert (nur die Vorschau der Belichtungszeit funktioniert natürlich nicht). Praktisch!

Eigentlich wollte ich ja noch ein paar analoge Vergleichsfotos zu den digitalen Pinhole-Aufnahmen aus dem letzten Artikel hochladen. Heute kam der Film aus der Entwicklung, aber irgendwie … naja, seht selbst:

Irgendwie alles ziemlich purpurn, nicht wahr? Das hat man davon, wenn man einfach den Superia 400 Film nimmt, der schon seit Jahren in der Kamera schlummert (die ersten Fotos dürften noch von 2006 oder so sein). Und den hatte ich davor schon ne Weile in der Schublade statt im Kühlschrank.

Egal, die Vergleichsfotos sind zwar nichts geworden, aber mit abgelaufenen Filmen experimentieren stand eh auf der Agenda.

Zuerst hab ich mich ganz schön gewundert, weil die Abzüge vom Labor nämlich relativ normal aussehen. Da hat das Labor bei der Ausbelichtung wohl automatisch die Farben korrigiert, denn auf meinen Scans ist alles purpurn (und ganz schön körnig). Das scheint beim Superia „normal“ zu sein, denn wenn man z.B. auf Flickr nach „superia expired“ sucht, dann findet man recht schnell viele schöne purpurne Aufnahmen. Erst dachte ich aber, mein Scanner würde spinnen.

Was mich noch wundert ist nur die starke Körnung, die mir im Vergleich zu älteren Aufnahmen mit dem Superia 400 relativ stark vorkommt. Vielleicht tritt die Körnung durch die verfälschten Farben etwas deutlicher hervor als normalerweise?

Tja, jedenfalls wirds hier wohl bald noch mehr in der Richtung zu sehen geben; wir haben nämlich bei eBay ne ganze Tüte voller abgelaufener Filme ersteigert… fast alles Farbdiafilme. Und die wollen demnächst alle durch die Kameras gejagt werden, sobald es draußen wieder etwas farbenfroher zugeht.

Schönes Wochende! 🙂