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Monthly Archives: November 2014

„Ich hasse Fotografie…Ich hasse was sie mit mir macht“.

Image-1So war das vor einiger Zeit, ich war hobbytechnisch ausgebrannt. Ich hatte den Bagger echt voll von: goldener Schnitt, Lichtsetzung nach Rembrandt, Zonensystem, Fotoprojekte, Technik und all dem Schnick Schnack. Mal im ernst who the fXXX is Rembrandt. Ich hatte so Gedanken wie „16 Schweine beseitigen eine Leiche von 200 Pfund in etwa 8 Minuten? Wie lang brauchen die wohl für meine Fotoausrüstung“. Also lies ich alles liegen und betrachtete meine Kamera eher mit den Augen eines Ex-Freundes der seine Verflossene mit nem neuen Typen wieder sieht. Wenn ich Ihr gestattete mich zu begleiten, dann waren das eher lustlose Aktionen ohne jeglichen Output.

Dann keimten die Fragen in mir hoch…

Mal im Ernst, wir Menschen brauchen Fortschritt und Entwicklung, ich z.B. stehe auf das was Mobiltelefone heute können und probiere mit Begeisterung Apps aus. Wir schauen uns andauernd nach neuen HDirgendwas Fernsehern, schnelleren Computern, sparsameren Autos, 4k Gedöns um…Alles Entwickelt sich. Aber die Fotografie bleibt in ihren Gestaltungsprinzipien ein konservatives, angestaubtes Ungetüm im Sinne der großen Meister. Klar, Grundlagen sind wichtig…Das meine ich auch nicht. Ich empfehle jedem der mich fragt, was für eine DSRL er sich holen soll, erst mal ne analoge Kamera in die Hand zu nehmen um ein Gefühl für Fotografie zu bekommen. Nein, ich empfand es eher als Ballast auf meine fotografische Ausrichtung zu achten und bei jedem Bild gestalterisch zu überlegen ob DAS jetzt alles so richtig ist. Zudem erdrückte mich der ganze Technikfirlefanz und die Suche nach dem Besonderen. Vielleicht ist die Lomographie eine Alternative? Aber mich nervt die Präsentation von JEDEM „Griff ins Klo“ den ich fotografiere. Also weg damit. Experimentelle Fotografie? Was soll das sein?fotografie ist doch immer ein Experiment…Alles war falsch…Die jungen Wilden? Die wilde Seite der Fotografie?…Alles BlaBla. Ich wollte nicht zu einem Phantom hinter einer Kamera verkommen, dass ein Bild macht um des Bildes willen, um es dann jedem aufs Auge zu kleben. Einhorndenken ist nicht so meins.

Zahltag…

Ich musste mich irgendwie digital und hobbyistisch reinigen. ALLES flog raus, verschenkt…Weg damit, Leck mich. Alles bis auf meine FE2, die ich wirklich liebe. Flickr? raus…Facebook? raus…Ich setzte mich an meinen Rechner und löschte alles so zusammen, dass ich jetzt nur noch 200 Bilder besitze. Negativtaschen gingen in den Besitz der örtlichen Müllentsorgung über. Das Reinigen ging soweit, dass ich alte Kassetten wieder aus den Tiefen meiner Schubladen kramte und alte Songs hörte…Ich hatte vergessen was „The Cult“ für ne geile Band sind und dass der Song „Dead on Time“ von Queen ein echter Kracher ist? Dann hatte ich einen Zustand erreicht in dem ich kreativ wieder atmen konnte und es tat so unglaublich gut. In der Zeit entdeckte ich langsam mein Telefon als Fotomaschine. Ich trieb mich auf Instagram und auf der Straße rum, setzte mich mit der einfachsten Fotografie auseinander. Und so langsam beantworteten sich meine Fragen:

Im tiefsten Herzen war, bin und werde ich immer ein Punk sein und so im Geiste der Musikbewegung des NYHC handeln: „DIY- breche mit Konventionen, wenn dir die Regeln nicht passen dann mach es selbst“. Der fotografische Fortschritt ist mir eigentlich Sch…egal, wenn die Fotografie sich nicht entwickeln will und weiter auf Gestaltungsprinzipien von vor 30 Jahren und mehr aufbaut, dann soll sie das tun. Braucht dabei aber nicht auf mich zu zählen, denn ich entwickle mich weiter. Die Internetpräsenz von „Kwerfeldein“ hat mir dabei sehr geholfen.

Mein Motto wurde wieder: „Egal, da hab ich aber Bock drauf“.

Und da war sie wieder…Die Kreativität und klopfte in meinem Hirn wieder an die Tür mit der Aufschrift: Fotografie. Ich gestatte der FE2 mich wieder zu begleiten und fing an. Jedoch nicht ohne auf die innere Stimme zu hören…die zu mir sagte, nein mich anschrie: WEITER GEHEN…GEH WEITER und kein Stress mein Freund, es ist nur ein Hobby.

Und so versuche ich seit dem einen bescheidenen, aber mutigen Stil zu entwickeln, der immer neue Tore aufstoßen soll um Bilder, auch fern aller fotografischen Gesetzmäßigkeiten zu machen. Ich möchte wieder einen besonderen Aspekt, etwas abstraktes in meine Bilder bringen, so wie damals in der 10. Klasse im Kunstunterricht, als ich anfing zu fotografieren und  Bilder machen konnte auf die ich Lust hatte. Ich bin auf nem guten Weg dahin, glaub ich. Auch wieder digital ;).

Ja, hat also doch alles irgendwie ein gutes Ende genommen, zumal ich erkannt habe, was mir abhanden gekommen war, nämlich der Wille zur Entwicklung und die Bewertung von Gesetzmäßigkeit, die ich nicht immer ernst nehme…

Ich bedanke mich fürs zuhör…nein fürs lesen natürlich. Mir war es ein Bedürfnis auch mal diese Seite der Fotografie zu beleuchten.

Zum Ende dieses Blogposts das Motto der Band Youth of Today: „Break down the Walls“.

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