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Monthly Archives: Juni 2012

Fertiger Space Invader

Wer dieses Blog besucht wird sich für das Fotografieren interessieren und vielleicht auch für Fotos. Flickr ist ja auch schön und gut, aber ab und an möchte man vielleicht auch eines der eigenen Bilder an der Wand sehen. Da sich hier im Laufe der Zeit so einiges ansammelt, lässt sich daraus leicht eine Art Mosaik oder Collage herstellen. (Ich bin fest davon überzeugt, dass ich diese Idee exakt so zuvor auf einem anderen Blog gesehen habe. Allerdings ist es mir bis heute nicht gelungen die genaue Quelle ausfindig zu machen. Wenn jemand weiß woher das stammt, würde ich mich über Feedback freuen).

Das Mosaik soll nun einerseits ein paar Fotos zeigen, andererseits selbst eine bestimmte Gestalt besitzen. In diesem Beispiel wurde eine Figur aus dem Computerspiel „Space Invaders“ ausgewählt. Mit kleinen Kacheln wurde die grobe Figur aus dem altertümlichen Computerspiel dargestellt.Die Figur ist dabei wie auf dem Bild zu erkennen so grobschlächtig, dass jeder Pixel der Computergrafik durch ein Foto repräsentiert werden kann. Die folgende Artikel ist eine Anleitung, wie ihr aus euren Bildern einfach selbst ein solches Mosaik anfertigen könnt.

Vorbereitung – Material und Werkzeug für den Bau

Werkzeuge Vorbereiten

  • Messschieber
  • Bohrmaschine + 5mm Holzbohrer
  • Teppichmesser
  • Zollstock/Maßband
  • Hammer
  • Sandpapier – mittlere Körnung, zum entgraten der Sägekanten und Ecken.
  • Wasserwage
  • Holzplatten: 90mm x 90mm x 28mm; Wurden im Baumarkt direkt auf dieses Maß geschnitten. Hier wurden 50 Stück verwendet. Das hängt aber natürlich vom Motiv ab.
  • 1 Dose Sprühkleber (reicht für 50 Kacheln und man hat noch etwas über)
  • Ausbelichtete Fotos in 9x13cm. Am besten ein paar mehr als die Anzahl der Kacheln, falls etwas schief geht.
  • Nägel zum Aufhängen (15mm x 1mm) – möglichst klein. Vermutlich sind Stecknadeln noch besser, hatte aber keine
  • Schnittfeste Unterlage
  • Zeitungspapier

1. Schritt – Fotos herstellen (Wo? Computer + Foto Labor des Vertrauens)
Zuerst einmal beginnt ihr damit, eine Auswahl der Fotos zusammenzustellen, die später euer Mosaik ergeben soll. Da die Fotos beim späteren Arbeiten Schaden nehmen können, ist es sinnvoll ein paar auf Ersatz vorzubereiten (Für den Space Invader wurden 56 Bilder vorbereitet). Da die Kacheln quadratisch werden, sollten natürlich auch Bilder gewählt werden, die im quadratischen Zuschnitt wirken. Der Zuschnitt (quadratisch) kann dann Beispielsweise in Lightroom vorgenommen werden.

Anschließend geht ihr mit euren bearbeiteten Bildern in das lokale Foto Labor und lasst sie in 9 x 13 cm ausbelichten.

2. Schritt – Trägermaterial für die Fotos (Baumarkt)

Nun benötigt ihr ausreichend viele quadratische Holzplatten für euer Motiv. Damit sie zu den Bildern passen, müssen sie Kantenlänge 9 cm haben (Also 9 x 9 cm) Für den Space Invader braucht man 46 Stück. Auch hier bietet es sich allerdings an 2 – 3 auf Reserve zu haben. Die Platten bekommt ihr im Baumarkt. Sie werden auf Anfrage auf dieses Maß geschnitten. Wegen den vielen Sägestellen, waren die Platten erst am nächsten Tag fertig. Das Holz (28mm starke Leimholzplatte) inklusive des Sägens haben etwa 35,- € gekostet.

3. Schritt – Befestigungsmöglichkeit anbringen (Werkstatt)

Mit dem Maßband und Bleistift oder Messschieber markiert ihr nun auf jeder Kachel, wo sich jeweils ein Loch zum Aufhängen befinden soll. In einer ordentlich ausgestatteten Werkstatt kann man sich vielleicht auch eine Bohrschablone basteln, dann kann man sich die viele Markierungsarbeit sparen. Hier wurde jede Platte allerdings mit dem Messschieber markiert. (20mm von oben und 45mm von der Seite – also in der Mitte).

Anschließend bohrt ihr genau an der Markierung in jede der Holzplatten ein Loch. Dabei am besten nicht ganz durchbohren, damit die Fotos auf der Frontseite später gut aufliegen. Die Löcher in den Kacheln des Space Invader sind etwa 10mm tief.

Letzter Schritt zur Vorbereitung der Kacheln: Wenn die Kanten vom Sägen scharf sind, könnt ihr sie vorsichtig mit Sandpapier etwas weicher machen.

4. Schritt – Fotos Aufkleben (Werkstatt)

Aufkleben der Fotos

Hier gibt es einiges zu beachten. Es gibt zwei Techniken mit dem Kleber umzugehen. 1) Beide Seiten einsprühen, antrocknen lassen und dann zusammenkleben. Das ist dann sofort bombenfest und nicht mehr verschiebbar. Deshalb empfiehlt sich Methode Nummer 2) Eine Seite (nämlich die Rückseite des Foto) einsprühen, dann noch feucht auf die Holzplatte legen, positionieren und leicht andrücken. Dabei können immer nur wenige Fotos gleichzeitig mit Kleber besprüht werden, weil er sonst zu schnell trocknet. Die Fläche auf der die Fotos besprüht werden sollte mit Zeitungspapier abgedeckt werden. Alle paar Durchgänge sollte die Zeitung erneuert werden da die Fotos sonst Kleber Reste auf der Motivseite abbekommen können.

Nach dem Andrücken, wird jede Kachel auf die Motivfläche gelegt und mit dem Cutter Messer an der Holzkante entlang abgeschnitten. Jetzt wird also auf einem 9×13 Foto mit weißen Rändern ein 9×9 Foto. Die Kacheln müssen jetzt eine Weile trocknen. Am besten werden diejenigen, die (mit Zeitung dazwischen) aufeinander gestapelt oder anderweitig beschwert werden.

5. Schritt – Aufhängen (Die Zielwand)

Damit das Mosaik wirkt, müsst ihr jetzt einigermaßen genau Nägel oder Nadeln in die Wand schlagen. Hier wurde ein Hilfsmittel verwendet. Auf einem Holzbrett wurden die Abstände der Kacheln mit einem Bleistift markiert (in diesem Fall genau 10cm). Das Brett diente nun für jede Reihe als „Lineal“. Das Brett wurde auf einen kleinen Tisch abgelegt (und mit der Wasserwage ausgerichtet). Dies war die unterste Reihe der Kacheln. Anschließend wurde das Brett für jede Reihe um 10 cm erhöht (mit Büchern, CDs, Kartons, etc. unterbauen) und wiederum an der Wand markiert, wo ein Nagel eine der Kacheln festhalten soll.

Für jede Markierung schlägt man einen Nagel oder eine Nadel in die Wand und kann dann eine Kachel nach eigenem Gusto aufhängen.

 

Viel Spass beim basteln.

— Sebastian

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Wein (provinzlateinisch vino aus lat. vinum und darüber hinaus vermutlich ein Wanderwort, das aus den semitischen in die indogermanischen Sprachen gelangt ist) ist ein alkoholisches Getränk, das aus dem vergorenen Saft von Weinbeeren hergestellt wird….jajaja…

Für mich ist Wein seit heute in erster Linie eine super Alternative in der Negativentwicklung.

Nach diversen Ausflügen in die Dunkelkammer und die eigene Negativentwicklung, nach Experimenten mit Kaffee und verschiedenen Filmen in der Rotationsentwicklung schrie mein Laborherz nach neuen Aufgaben…Diese Aufgabe entdeckte ich im Zauberwort Wineol.

Wineol ist ein alternativer Negativentwickler auf der Basis von billigem…und wirklich furchtbar billigem…Rotwein…und nein, der war wirklich nicht zu schade dafür. Das Rezept fand ich auf der Seite von Kwerfeldein und wurde dort von Tobias Pohl erwähnt.

Bei Wineol macht man sich genau wie bei Caffenol die Säure zu nutzen, gute Ansätze hatte Tobias Pohl schon bei diversen Filmen und Entwicklungsmethoden gemacht. So entschloss ich mich eine von Ihm bereits getestete Kombi mit (einem meiner Favoriten) dem Ilford FP4+ nachzukochen. Allerdings lagen nur Erfahrungswerte für die Kippentwicklung vor. Deswegen legte ich die Faustregel 1/3 weniger Entwicklungszeit bei gleicher Temperatur fest, die ich aus eigener Rotationserfahrung ableiten konnte.

 

Das Rezept:

 

 

 

 

 

450 ml Rotwein, hier empfielt sich der Merlot pays d’oc 2010 vom Aldi. Spätere Versuche mit noch billigerem Wein aus dem Tetrapack waren weniger ergiebig im Ergebnis.

45 g Waschsoda

2-4 g Ascorbinsäure

Das ganze Mixen und die Nase dabei zuhalten, was dabei rauskommt ist schwarz/blau und stinkt wie die Pest.

Wie bereits erwähnt entschied ich mich für die Rotationsentwicklung bei 21 Grad C und 30 Minuten.

Alles wie gehabt, Testfilm einspulen, vorwässern, Wineol (beim Einfüllen habe ich ein Sieb benutzt um eventuellen Weingrieß oder ähnliches auf dem Film zu vermeiden), wässern, fixieren, schlußwässern, fertig…und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Details in den Regentropfen und Himmel gut sichtbar.

Der Himmel ist verhältnismäßig gut ausdefiniert.

 

Das Nagativ ist gut entwickelt,leichte Körnung, details sind vorhanden. Ich hätte mit einer Rotfärbung gerechnet, statt dessen haben die Negative einen ganz leichten Sepiaton der beim Scannen jedoch weitgehend verschwindet.

 

Ich werde weitere Test machen, da ich den Ilford FP4+ im Prinzip liebe, er aber nicht soooo gut auf Wein anspringt wie ich mir das gedacht habe, ist wohl eher ein Weißweintrinker 😉 …naja, mag auch an dem modernen Trägermaterial liegen.

Hab da noch ne Einladung auf  ein bis zwei Gläser mit einem Rollei Retro 80s. Mal schauen wie die Entwicklung ausfällt da es sich bei dem Retro ja um einen Film mit klassischen Trägermaterial handelt, welches nach meiner Erfahrung besser auf alternative Entwickler reagiert.

 

Oder doch mit Urin versuchen? Naja…

 

Bis dahin

 

Gut Licht und Prost

 

Christian