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Bei der High-Speed-Fotografie kommt es darauf an, im richtigen Moment die Kamera auszulösen. Wenn dabei Motive zerstört werden (z.B. eine Glühbirne oder ein berstender Ballon), oder das Studio versaut wird (durch Scherben oder Farbspritzer), kann das sehr viel Technik erfordern, da man unter Umständen nur wenige Versuche hat für das Foto. Dafür bieten beispielsweise Arduino Boards vielfältige Möglichkeiten, um Kamera oder Blitzgerät im richtigen Augenblick durch diverse Sensoren auszulösen (das Thema möchte  ich demnächst hier im Blog mal etwas vertiefen).

Wenn man beliebig viele Versuche hat lohnt sich der Aufwand dagegen meist nicht. Obst kann man schließlich beliebig oft ins Wasser schmeissen, und auch Wassertropfen (ein beliebtes Motiv in diesem Bereich) gehen einem in der Regel nicht so schnell aus. Wenn man keinen ohnehin tropfenden Wasserhahn im Haus hat, kann man Wassertropfen leicht mit einem einfachen Apparat erzeugen. Das hat gegenüber einem Assistenten mit einer Pipette auch den Vorteil dass die Frequenz der Tropfen relativ gleichmässig ist und man die Kamera daher leicht im richtigen Moment (bzw. im richtigen Rythmus) auslösen kann.

Der Tropfengenerator (Sprudelflaschen anderer Hersteller funktionieren genau so gut... ;))

Der Aufbau ist einfach und schnell erledigt: man braucht lediglich ein hohes Wassergefäß (eine Flasche ist gut), eine senkrechte Halterung, eine Wäscheklammer und einen dünnen Schlauch (z.B. Schrumpfschlauch). Außerdem braucht man noch eine Schüssel oder irgendein Gefäß, in das man hineintropfen möchte. Wenn man alles zusammengebaut hat kann man mit dem Schlauch das Wasser ansaugen und es kann losgetropft werden. Die Frequenz der Tropfen kann man durch variieren der Höhe des Schlauchendes leicht steuern. Ist der Ausgang zu hoch (über der Wasserfläche in der Flasche) hört das Tropfen ganz auf, wenn er zu niedrig ist fließt das Wasser in einem Strahl. Da die Wassermenge in der Flasche mit der Zeit abnimmt, werden die Abstände zwischen den Tropfen mit der Zeit länger. Für Serien von 20-30 Fotos kann man sich aber sehr gut auf den Rythmus einstellen.

Für das Fotografieren braucht man noch ein Objektiv das einen nah genug an die Wassertropfen heranlässt (für dieses Foto wurde das Nikkor 18-55 DX verwendet). Ein Blitzgerät ist außerdem praktisch um möglichst kurze Verschlusszeiten zu erreichen, aber nicht unbedingt von Nöten.

Watery Figurine

Viel Spaß beim Nachbasteln!

Alex

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3 Comments

  1. Ein schöne Anregung mit einer sehr verständlichen Anleitung.
    Mir kommen dazu noch folgende Anregungen in den Sinn:
    1) Ein schwarzer Karton als Hintergund wäre vielleicht vorteilhaft, um die Reflexe in der Schüssel zu reduzieren
    2) Man könnte die Stroboskop-Funktion der Blitzgerätes ausnutzen (habe ich bisher nie versucht …)
    3) Milch im Wasser macht die Formen der separierten Tropfen und der Wellen noch besser sichtbar
    4) Den Blitz in der Kamera auf „Manuell“ und auf geringste Leistung stellen (NIKON: 1/128) oder ihn durch ein Stück Pappe abdecken, dann leuchten die Wassertropfen sehr schön im schrägen Gegenlicht des entfesselten Hauptblitzes.
    Danke für die Anleitung und viel Spaß bei den weiteren Variationen zu diesem Foto-Experiment.
    HE

  2. Hey, danke für den Kommentar mit den weiteren Anregungen! Das hier war erstmal ein erster Versuch, werde damit sicher noch weiter herumexperimentieren!

  3. Interessante Lösung. Ich habe auf meiner Seite http://www.themenfrei-foto.de einmal meine Art Tropfen zu fotografieren online gestellt. Grüße


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