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Irgendwann möchte jeder von uns seine Ausrüstung erweitern und steht irgendwann vor der Frage:“Welches Objektiv wäre eine sinvolle Ergänzung“ , gerade bei Zoom- und Weitwinkelobjektiven ist das ja auch eine Preisfrage.

Hier kommen M42 Objektive ins Spiel. Das M42 Format stammt aus der Zeit als die Kamerahersteller ihre Kunden noch nicht durch einen speziellen Bajonettanschluss binden wollten. Der Markt war voll von Objektiven, die man mehr oder weniger beliebig an seiner Kamera verwenden konnte. In den 70ern verschwanden viele der Objektive in Schränken und auf Dachböden, da sie an den speziellen Bajonettanschlüßen nun nicht mehr zu gebrauchen waren…außer in der ehemaligen DDR und im Rest des Ostblocks. Hier wurden M42er noch bis weit in die 80er produziert. Aus Russland kommen noch heute recht gute M42er Objektive.

Wo liegt der Vorteil…Von M42ern gibt es heute eine Menge Objektive die sehr Lichtstark, hochwertig verarbeitet und mit einer robusten Arbeitsblende ausgestattet sind. Gerade Objektive aus der ehemaligen DDR und der UDSSR sind hier nicht zu verachten (z.B. Carl Zeiss Jena, Pentacon, Jupiter, Industar, Heliios, Biotar…). Und als Hauptargument…sie sind günstig zu erstehen.

Als mir vor einiger Zeit einige M42 Objektive in die Hände fielen, dachte ich sofort darüber nach, sie zu nutzen, aber mein Nikonbajonett is ja nunmal kein M42 Schraubanschluss. Also brauchte ich eine Alternative, aber extra eine M42 Kamera ersteigern kam für mich nicht in Frage. Also nahm ich den Brennerkatalog zur Hand und blätterte mich durch die Seiten mit den Adaptern…Ich entschied mich letztendlich für einen M42 Adapter der Firma Leinox mit Ausgleichslinse. Bei den Adaptern gibt es ein paar Dinge zu beachten. Deswegen möchte ich hier eine kleine Orientierung geben worauf es ankommt.

Im Grunde gibt es 2 verschiedene Versionen des Objektivadapters.

Die Eine ist ein einfacher Metalladapter…Vorteil: schon ab 11€ erhältlich, Nachteil: keine Unendlichkeitseinstellung.

Die zweite Version ist ein höherwertiger Metalladapter. Dieser hat zusätzlich eine Ausgleichslinse die eine Einstellung auf Unendlich zulässt. Fotografen mit Nikonkameras müssen diesen Adapter sowieso nehmen, da bei Nikon die Film/ Sensorebene weiter hinten ist als bei M42- Kameras. Diese Differenz wird durch die Linse ausgeglichen. Der Adapter kostet rund 25€ und ist im Internet oder bei Foto Brenner zu haben.

M42- Adapter im Einsatz

Das Prinzip ist erschreckend einfach:

Am einfachsten ist es, das M42- Objektiv zuerst in den Adapter zu schrauben und das Ganze nicht mehr als Handfest anzuziehen. Danach wird die Kombi wie ein normales Objektiv angesetzt (hier roter auf weißer Punkt). Wichtig ist, dass der Adapterring richtig einrastet (bei Nikon: deutliches Klicken des Arretierungsstifts am Bajonettanschluß).

Im folgenden noch ein paar Worte zur Handhabung. Leider ist es so, dass man alle Einstellungen von Hand machen muss. Keine Kameraprogramme, keine Automatik, kein Autofokus…Der Adapter gestattet nur manuelle Einstellung und Fokussierung…Da ich überwiegend so arbeite, war es für mich keine große Umstellung und die Funktion der Arbeitsblende hilft einem sehr gut bei Bildkompositionen. Überrascht war ich auch als ich mit den Objektiven ein Bild im Live View Modus hatte. Mit meinen Nikkor Objektiven ging das bisher nicht.

Ach ja… hier sind noch Probeaufnahmen die ich mit zwei M42 Objektiven gemacht habe.

Aufgenommen mit einem Soligor 1:2,8 / f= 28mm

Aufgenommen mit einem M-Travenar 1:2,8/ f = 50mm Macro1:1

Da dieses Objektiv schon sehr alt ist und lange Zeit in einem Schrank zugebracht hat ist es leider sehr verstaubt…

Fazit:

M42er Objektive sind kostengünstige Alternativen von hoher Qualität (altersbedingte Mängel können natürlich wie bei allen mechanischen Geräten vorkommen), die an allen digitalen- sowie analogen Spiegelreflexkameras mit einem entsprechenden Adapter funktioniern und gute Ergebnisse liefern.

Bis dahin,

Gut Licht…

Christian

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4 Comments

  1. Sehr anschaulich und kurzweilig geschrieben. Gefällt mir. Viel Spaß weiter mit den alten Schätzchen und der wieder zum Leben erweckten Leuchtbox. HE

  2. Danke für den tollen Artikel. Liesst sich wirklich sehr anschaulich und interessant. Ich habe mir vor einer Weile selbst einen Adapter gekauft (allerdings für das alte Minolta Bajonett, nicht für M42). Auch mein Adapter nutzt so eine Ausgleichslinse um eine Fokussierung auf unendlich zu ermöglichen. Meine Erfahrungen mit dem Ding sind allerdings nicht besonders gut.
    – Ich bin für das Arbeiten mit Arbeitsblende echt zu langsam (Größte Blende einstellen, fokussieren, auf Arbeitsblende einstellen, Fotografieren)
    – Weder meine D80 noch meine F80 können selbst die Belichtung messen, das erledigen die Objektive (was hat sich Nikon dabei eigentlich gedacht?). Das heisst also ich muss die Belichtung komplett ausprobieren. Bei einer alten Agfa Box gelingt mir das eigentlich immer. Bei der digitalen muss ich einige Testfotos knipsen, damit etwas brauchbares entsteht.
    – Durch die Ausgleichslinse muss ich meine Objektive mehrere Stops abblenden, damit das Bild halbwegs scharf wird (und ich bin wirklich kein Pixelpeeper). Allerdings habe ich auch einen besonders billigen Adapter.
    Irgendwo habe ich gelesen, dass Canon Kameras ein besseres Auflagemass haben. Es könnte also sein, dass man mit den Dingern mehr Spass haben könnte. Vor allem wenn sie die Belichtung selbst messen können… (Bei Nikon können das ab D200 und größer übrigens wieder alle)

    • ich weiß was du meinst, an die arbeitsblende musste ich mich auch erst gewöhnen. aber da ich fast nur mit nem externen belichtungsmesser arbeite, geht das mittlerweile recht zügig. bei der unschärfe geb ich dir recht, ich hatte bei einem weitwinkel anfangs auch starke, unscharfe verzeichungen an den rändern, so dass ich dachte es wär ein tilt- shift objektiv…ich konzentriere mich mittlerweile darauf das bild eher etwas dunkler zu halten, also ab blende 8 und 1/125 sec. bei den werten, sind die ergebnisse durchweg gut.

  3. Ja, so mit Blende 8 werden die zum Teil dann wieder richtig knackig scharf. Nachdem ich den Adapter eine Weile genutzt hatte, ist mir noch eine Sache aufgefallen. Durch die verbaute Linse oder durch den weiteren Abstand zum Sensor verlängert sich bei meinem Minolta-Adapter die Brennweite der Objektive. Mein 28mm MD Rokkor landet Beispielsweise irgendwo bei 40mm Brennweite (habe mal Vergleichsbilder mit einem 18-105er gemacht und geschaut wieviel auf das Bild geht). Im direkten Vergleich konnte ich bei meinem Adapter und den Minolta Objektiven auch beobachten, dass die Farben etwas anders wirken. Mit einem alten 50mm MC Rokkor wirken die Farben richtig kalt im Vergleich zu den Nikkor Objektiven.


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