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Seit einigen Jahren sortieren die Hersteller ihre Spiegelreflex Kameras in „Crop“ und „Vollformat“ Kameras. Vollformat steht dabei für Kameras mit Sensoren, deren Größe dem alten Kleinbild Film entsprechen (oder eben tatsächlich Kleinbild Film verwenden). Crop Sensoren (englisch für Ausschnitt) sind etwas kleiner. Bei Nikon sind die beiden Serien (Crop und Vollformat) jeweils an einem Kürzel erkennbar. Mit DX gekennzeichnete Kameras besitzen einen Crop Sensor, während mit FX gekennzeichnete Kameras entweder Kleinbild Film verwenden oder einen Vollformat Sensor besitzen. Bei Objektiven verhält es sich genauso, DX Objektive sind für Crop Kameras geeignet, FX Objektive für Vollformat Kameras.

Durch das verwenden der kleineren Crop Sensoren können die Hersteller nun günstige Objektive herstellen, die eben für Crop Sensoren optimiert wurden. Wehrmutstropfen bei der Geschichte: Es ist von vornherein klar, dass für Crop Sensoren optimierte Objektive nicht ordentlich an Vollformat Kameras funktionieren können, da die Linsen ja nur einen kleineren Bereich ordentlich abdecken.

Nikon F80 mit Objektiven

Links: Nikkor 18-105mm VR DX, mitte: Nikon F80, rechts: Nikkor 35mm FX

Bisher war mir dies alles ziemlich egal. Meine Nikon D80 ist eine DX/Crop Kamera, für die ein riesiges Objektivangebot existiert. Und besser noch: FX/Vollformat Objektive funktionieren wunderbar an einer DX Kamera (nur anders herum ist es problematisch!). Da digitale Vollformat Kameras recht teuer und ungefähr so schwer wie mein Auto sind, kam ich auch gar nicht in Versuchung mir eine solche anzuschaffen. Dann kam was kommen musste. Ich kam günstig an eine Nikon F80. Eine der letzten Nikon Filmkameras – also FX. Schon vor dem Kauf war klar, dass meine Festbrennweiten (35mm f2 und 50mm f1.4) geeignet sind, mein allround-Objektiv aber, das 18-105mm DX, daran gar nicht funktionieren kann. Aber es geht ja nichts über eine gesunde Portion Neugier. Nach einigen Tests mit den Festbrennweiten wurde also das 18-105mm Objektiv montiert. Zuerst einmal muss man sagen: Es passt. Die Kamera misst damit ordentlich die Belichtung, löst aus ohne irgendwas zu zerstören und sogar das VR funktioniert ganz wunderbar. Die Probleme wurden aber auch schnell klar: die Innenwände des Objektivs sind im Sucher sichtbar. Die sind dann natürlich auch auf den fertigen Fotos. Gerade in den kleinen Brennweiten (18-24mm) ist das Objektiv selbst sehr stark als eine Art extreme Vignette zu sehen. Darüber werden die Ergebnisse immer besser. Hier einige Beispiele

Alternative Energien, Nikon F80, 18-105mm DX VR eingestellt auf 18mm. Das Objektiv verdeckt extrem viel des Bildes.

Alternative Energien, Nikon F80, 18-105mm DX VR eingestellt auf 18mm. Das Objektiv verdeckt extrem viel des Bildes.

Alternative Energien, Nikon F80, 18-105mm DX VR eingestellt auf 18mm. Das Objektiv verdeckt extrem viel des Bildes.

Alternative Energien II, Nikon F80, 18-105mm DX VR eingestellt auf 24mm. Bei der Einstellung entsteht eine extrem dunkle, harte Vignette. Sieht aber schon besser als bei 18mm aus.

Fazit: Mindestens das 18-105mm DX Objektiv, vermutlich aber noch viele andere DX Objektive passen an die alten Film Nikons. Aufgrund der Optimierung für kleine Sensoren, ist das Objektiv selbst in kleinen Brennweiten mit auf dem Bild, was man aber mit etwas Übung auch kreativ nutzen kann.

Siegen bei Nacht, Nikon F80, 18-105mm DX VR eingestellt auf 50mm, ca. 10s belichtet. Im Randbereich ist die Vignette erkennbar. Bei 50mm ist sie allerdings kleiner als bei 24mm. Durch die Nachtaufnahme erkennt man sie auf den ersten Blick nur schwer.

Siegen bei Nacht, Nikon F80, 18-105mm DX VR eingestellt auf 50mm, ca. 10s belichtet. Im Randbereich ist die Vignette erkennbar. Bei 50mm ist sie noch kleiner als bei 24mm. Durch die Nachtaufnahme muss man aber auch schon wissen, wonach man sucht.

Nikon FA mit 18-135mm DX

Hier noch eine andere Kombination. Eine Nikon FA mit dem 18-135mm DX Objektiv.

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4 Comments

  1. Spannender Artikel! Hätte nicht gedacht, dass die DX Objektive vollständig funktionieren an einer analogen Nikon; ich hatte das ja mal an der FA versucht, konnte dabei aber natürlich nicht auf Blende etc. zugreifen. Belichtungsmessung hat nur funktioniert, weil sie an der FA Closed Circuit ist.

    Ist jedenfalls alles mal einen Versuch wert, finde ich!

  2. Sehr interessanter Artikel. Ich bin zwar Canon-Benutzer, aber die Problematik ist bei Canon dieselbe: Ich kann zwar meine alten Vollformat-Objektive an meiner DSLR nutzen, aber mein Sigma „EX“-Objektiv eben nicht an den analogen.
    Die Effekte, die du gezeigt hast, sind bei einzelnen Aufnahmen interessant, aber ich finde, das läuft sich schnell „tot“.

    • Stimmt, der Effekt an sich ist auf die Dauer nicht sehr spannend; es lohnt aber einen Versuch, ob man auf bestimmten Zoomstufen evt. auch ohne die störenden Ecken arbeiten kann. Ich kenne jemanden, der z.B. ein Tokina 12-24mm DX Objektiv an einer FX Kamera benutzt. Ab ca. 18mm (IIRC) sind die Ecken nicht mehr sichtbar, und das ist für eine FX Kamera ja schon ein ganz interessanter Bereich. 🙂

  3. Ich denke ihr habt beide Recht. Meistens nerven die Ecken, ab und an kommt aber auch mal ein cooler Schnappschuss dabei heraus. Und wie bogenfreund schon sagt, manchmal lohnt es sich trotzdem mal zu experimentieren.


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