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Little greens and big blues (by greyOne2009)

Einer der wohl wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Filter für die Natur- und Landschaftsfotografie ist der Polarisationsfilter. Man unterscheidet zwei Arten von Polarisationsfiltern in der Fotografie, zum einen den linearen und zum anderen den zirkularen Polarisationsfilter.

Auf eine genauere technische Betrachtung inklusive enormer mathematischer und physikalischer Formelberge möchte ich aber hier verzichten. Grob gesagt ändert und filtert ein Polarisationsfilter das auftreffende Licht in dessen Geschwindigkeit, Winkel und Wellenfrequenz. Bei einem linearen Polarisierer geschieht das in einer Ebene, bei einem zirkularen wie es der Name schon andeutet in einem Kreisförmigen Ausmaß.

Reine lineare Polarisationsfilter werden bei heutigen „modernen“ Kameras aber nicht mehr eingesetzt, da diese das Messergebnis z.B. einer TTL-Belichtungsmessung verfälschen könnten. Man setzt heute fast ausschließlich lineare Polarisationsfilter mit nachfolgender Zirkularpolarisation ein – kurz auch zirkularer Polarisationsfilter genannt.

Was bedeutet das nun in der Praxis? Was habe ich zu beachten?

Durch die Eigenschaften kann ich auf meinem Film oder aber dem digitalen Medium einige Effekte erreichen, welche ich ansonsten nur – wenn überhaupt -durch massive Nachbearbeitung erreichen kann. Im allgemeinen wird durch einen Polarisationsfilter der Kontrast und die Sättigung des Bildes angehoben. Im speziellen gibt es folgende Eigenschaften:

  • Unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen (Glas oder Wasser z.B.) lassen sich so ganz gut unterdrücken. Der Filter wirkt aber gerade auch dann sehr gut wenn eine gewisse Menge an Wasserdunst in der Luft liegt – oftmals kann man dann durch den Einsatz eines solchen Filters eine verbesserte Klarheit in die Ferne erreichen.
  • Grüne und rote Farbtöne von Gras und Laub sind kräftiger und strahlender, da teilweise polarisiertes Licht des Himmels nicht vollständig durchgelassen wird.

Blues, reds and greens (by greyOne2009)

  • Der blaue Himmel und nicht immer klare Wolkenkonturen werden hervorgehoben und „dunkler“ bzw. kräftiger und konturenreicher dargestellt bzw. aufgenommen.

Some greens, some blues and clouds (by greyOne2009)

  • Eine Sache, welche ich noch nicht ausprobiert habe, die aber immer wieder auch in der einschlägigen Literatur genannt wird ist, dass man mit einem Polarisationsfilter unheimlich gut Regenbogen Fotografieren soll. Ein Regenbogen ist an sich nichts anderes als pures polarisiertes Licht, wenn man nun den Polarisationsfilter so stellt, das der Regenbogen nicht mehr durch den Sucher sichtbar ist und sich dann um 90° dreht so soll der Pol.-filter das gesamte polarisierte Licht des Regenbogens durch lassen.

Die Nutzung des Polarisationsfilters ist eigentlich denkbar einfach, solch ein Filter hat seinen größten Effekt wenn er in einem Winkel von 90° zur polarisierten Lichtquelle (z.B. Sonne) genutzt wird. Seinen geringsten Effekt erzielt der Filter bei einem Winkel von jeweils 0° und 180° zur entsprechenden Lichtquelle.

Ein Besonderheit auf die es hier zu achten gilt, es sei denn man möchte so wie ich diesen Effekt auf seinen Bildern ab und zu mal sehen ist, dass bei einem Polarisationsfilter auf einer Linse mit einer Brennweite von kleiner 28mm ein recht interessanter Effekt entstehen kann. An solchen Bilder kann man am besten sehen wie ein Polarisationsfilter wirkt. Die Bereiche mit der höchsten Wirkung erscheinen dann dunkel und werden zu den Ränder des Bildes hin wieder heller.

The last snow is melting slowly (by greyOne2009)

Da Polarisationsfilter wie schon erwähnt den Kontrast und die Farbsättigung merklich verbessert sollte man jedoch unbedingt drauf achten das der Einsatz bei strahlender Mittagssonne auch seine Tücken haben kann …

Winterly light on the old oak (by greyOne2009)

Nun wünsche ich aber viel Spass beim selber ausprobieren und experimentieren.

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2 Comments

  1. Hey, spannender Artikel. Wieder was gelernt; vielleicht muss ich meinen Polfilter auch mal wieder aus dem Schrank kramen. Leider passt er nicht auf mein 18-135er „Landschaftsobjektiv“, aber nach dem Lesen (und vor allem dem Ansehen der fantastischen Aufnahmen!) hätte ich durchaus Lust damit mal wieder herumzuexperimentieren. 🙂

  2. Schöner Beitrag. 🙂
    Habe auch schon Interesse an einem Polfilter gehabt, aber nie einen so gut verständlichen Artikel darüber gefunden..
    Sind die Bilder hier nun noch nachbearbeitet oder direkt so aufgenommen?


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