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Monthly Archives: August 2010

Hier ein paar erste Ergebnisse der aufgemotzten Handykamera, aufgenommen mit Linse (2) und großzügig nachbearbeitet. Dafür dass es quasi mit Bordmitteln gemacht ist, find ich es gar nicht schlecht… 🙂

Change

Timing

Im Web habe ich mal gelesen, dass man mit einer Laser-Linse aus einem DVD-Player leicht ein Makroobjektiv für eine Handykamera basteln kann. Natürlich ist es grundsätzlich keine gute Idee, so ein Gerät aufzumachen und darin herumzustochern; das ist nicht ganz ungefährlich, und das Gerät ist danach Elektroschrott. Da mein alter CD-Player vor einiger Zeit aber ohnehin den Geist aufgegeben hat (und ich weder Stromschläge noch Laserstrahlen fürchte) wollte ich es mir aber nicht nehmen lassen, dieses Experiment todesmutig selbst durchzuführen.

Nach dem Öffnen des Gehäuses war es überraschend einfach, mit den Fingern die Linse samt Einfassung aus dem Laufwerk zu hebeln. Zuerst habe ich die obere Linse (1)  genommen, die am leichtesten zu erreichen war; darunter befand sich bei meinem Laufwerk noch eine weitere Linse (2), die schwerer zu erreichen war, sich jedoch auch mit sanfter Hebelkraft lösen ließ.

Die Einfassung der Linse (1), darunter die Linse (2) noch im Laufwerk.

Mit einem kleinen Messer bzw. zwei Zangen ließen sich die Linsen problemlos aus ihren Fassungen befreien.

Rechts die beiden Linsen (2) und (1); links die Fassung von Linse (2) (diese war einfach aufgeklebt).

Anschließend ließen sich die Linsen mit etwas Tesafilm leicht einigermaßen mittig auf die Handykamera kleben. Nicht schön, aber hält ganz gut.

Handykamera mit Linse (1): Sitzt, wackelt, und hat Luft.

Erste Tests mit den neuen „Objektiven“ sind vielversprechend. Die Vergrößerung ist beeindruckend, insbesondere bei der gewölbten Linse (1), die sehr stark bündelt. Damit war es schwer, überhaupt ein erkennbares Objekt für ein Testfoto zu finden, da man auch bei Münzen nur sehr kleine Ausschnitte erwischt (ca. 2mm x 3mm). Man muss dabei extrem nah an das Objekt herangehen, um ein scharfes Bild zu erhalten (ich vermute genauso nah, wie die Linse vorher zur CD positioniert war, also im Millimeter-Bereich).

England auf einer 1-Euro-Münze (ca. 2mm hoch), hier formatfüllend mit Linse (1) abgelichtet.

Linse (2) kann man leichter handhaben, da sie weniger stark vergrößert und vor allem der Abstand zum Motiv nicht so klein ist. Das fühlt sich mehr nach Makro an als die Mikroskop-Linse (1), und ist vom Einsatzbereich her um einiges vielfältiger.

Linse (1), aufgenommen mit Linse (2). Durchmesser des Motivs ist ca. 6mm.

Leider ist die Qualität meiner Handykamera ziemlich mies; da gibt es sicher bessere Modelle. Unterm Strich kann man so mit sehr einfachen Mitteln Makrofotografie betreiben. Dabei eröffnet die Tiefenschärfe der Handykameras tolle Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem lassen sich ausgemusterte Disk-Men, 4x-CD-Brenner und schrottreife CD-Player so noch für eine sinnvolle Verwendung ausschlachten.

Mal sehen, ob ich es damit schaffe, „gute“ Fotos zu machen! 🙂

Update: Geht.

Little greens and big blues (by greyOne2009)

Einer der wohl wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Filter für die Natur- und Landschaftsfotografie ist der Polarisationsfilter. Man unterscheidet zwei Arten von Polarisationsfiltern in der Fotografie, zum einen den linearen und zum anderen den zirkularen Polarisationsfilter.

Auf eine genauere technische Betrachtung inklusive enormer mathematischer und physikalischer Formelberge möchte ich aber hier verzichten. Grob gesagt ändert und filtert ein Polarisationsfilter das auftreffende Licht in dessen Geschwindigkeit, Winkel und Wellenfrequenz. Bei einem linearen Polarisierer geschieht das in einer Ebene, bei einem zirkularen wie es der Name schon andeutet in einem Kreisförmigen Ausmaß.

Reine lineare Polarisationsfilter werden bei heutigen „modernen“ Kameras aber nicht mehr eingesetzt, da diese das Messergebnis z.B. einer TTL-Belichtungsmessung verfälschen könnten. Man setzt heute fast ausschließlich lineare Polarisationsfilter mit nachfolgender Zirkularpolarisation ein – kurz auch zirkularer Polarisationsfilter genannt.

Was bedeutet das nun in der Praxis? Was habe ich zu beachten?

Durch die Eigenschaften kann ich auf meinem Film oder aber dem digitalen Medium einige Effekte erreichen, welche ich ansonsten nur – wenn überhaupt -durch massive Nachbearbeitung erreichen kann. Im allgemeinen wird durch einen Polarisationsfilter der Kontrast und die Sättigung des Bildes angehoben. Im speziellen gibt es folgende Eigenschaften:

  • Unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen (Glas oder Wasser z.B.) lassen sich so ganz gut unterdrücken. Der Filter wirkt aber gerade auch dann sehr gut wenn eine gewisse Menge an Wasserdunst in der Luft liegt – oftmals kann man dann durch den Einsatz eines solchen Filters eine verbesserte Klarheit in die Ferne erreichen.
  • Grüne und rote Farbtöne von Gras und Laub sind kräftiger und strahlender, da teilweise polarisiertes Licht des Himmels nicht vollständig durchgelassen wird.

Blues, reds and greens (by greyOne2009)

  • Der blaue Himmel und nicht immer klare Wolkenkonturen werden hervorgehoben und „dunkler“ bzw. kräftiger und konturenreicher dargestellt bzw. aufgenommen.

Some greens, some blues and clouds (by greyOne2009)

  • Eine Sache, welche ich noch nicht ausprobiert habe, die aber immer wieder auch in der einschlägigen Literatur genannt wird ist, dass man mit einem Polarisationsfilter unheimlich gut Regenbogen Fotografieren soll. Ein Regenbogen ist an sich nichts anderes als pures polarisiertes Licht, wenn man nun den Polarisationsfilter so stellt, das der Regenbogen nicht mehr durch den Sucher sichtbar ist und sich dann um 90° dreht so soll der Pol.-filter das gesamte polarisierte Licht des Regenbogens durch lassen.

Die Nutzung des Polarisationsfilters ist eigentlich denkbar einfach, solch ein Filter hat seinen größten Effekt wenn er in einem Winkel von 90° zur polarisierten Lichtquelle (z.B. Sonne) genutzt wird. Seinen geringsten Effekt erzielt der Filter bei einem Winkel von jeweils 0° und 180° zur entsprechenden Lichtquelle.

Ein Besonderheit auf die es hier zu achten gilt, es sei denn man möchte so wie ich diesen Effekt auf seinen Bildern ab und zu mal sehen ist, dass bei einem Polarisationsfilter auf einer Linse mit einer Brennweite von kleiner 28mm ein recht interessanter Effekt entstehen kann. An solchen Bilder kann man am besten sehen wie ein Polarisationsfilter wirkt. Die Bereiche mit der höchsten Wirkung erscheinen dann dunkel und werden zu den Ränder des Bildes hin wieder heller.

The last snow is melting slowly (by greyOne2009)

Da Polarisationsfilter wie schon erwähnt den Kontrast und die Farbsättigung merklich verbessert sollte man jedoch unbedingt drauf achten das der Einsatz bei strahlender Mittagssonne auch seine Tücken haben kann …

Winterly light on the old oak (by greyOne2009)

Nun wünsche ich aber viel Spass beim selber ausprobieren und experimentieren.