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Heute war mein erster Film aus der Zeiss-Box Tengor abholbereit. Die Box-Kamera von Zeiss Ikon mit der Modelnummer 54/2 stammt vermutlich von ca. 1937 und gehörte damals zu den anspruchsvolleren Modellen. Sie verfügt über ein achromatisches „Goertz-Frontar“ Objektiv mit Lichtstärke 11, was für damalige Verhältnisse ziemlich edel war, und zwei Brilliantsucher für Hoch- und Querformat. Man kann drei verschiedene Lochblenden auswählen (11, 16, 22), und Nahlinsen für die Bereiche 1-2m sowie 2-8m vorschalten (jeweils einstellbar mit Hebeln an der Frontseite). Die Verschlusszeit beträgt ca. 1/25 Sekunde (weshalb Box-Aufnahmen häufig verwackelt sind), oder „Bulb“ für Langzeitbelichtungen und Blitzaufnahmen. Der Auslöser ist arretierbar, und es gibt einen Drahtauslöseranschluss. Die Box mag Rollfilme im Standardformat 120; weitergespult wird mit einem einfachen Drehknopf, wobei ein rotes, verschließbares Sichtfenster am hinteren Teil der Kamera die Fotonummer anzeigt.

In meinem Fall handelte es sich um einen T-Max 100 Rollfilm (schwarz-weiss), der mit dem „normalen“ Farbnegativ-Laborprozess C41 entwickelt wurde. Die 6×9 Negative habe ich mit 1200 DPI eingescannt und nur etwas mit Picasa nachbearbeitet (Kontrastkorrektur, Entfernung von Staub und Kratzern, etc.).

Hier meine Favoriten:

Mein erstes Box-Foto überhaupt. "Stilsicher" leicht verwackelt, mit "Standard"-Verschlusszeit ca. 1/25 mit Blende 16 aus dem Fenster aufgenommen.

Marienstatute, ebenfalls mit 1/25 aus der Hand aufgenommen mit Naheinstellung und Blende 16.

Stilleben auf dem Dachboden. Aufgenommen mit Stativ und Drahtauslöser bei gestoppten 8 Sekunden Belichtungszeit und Blende 11.

Beeindruckend, was mit einem ca. 70 Jahre alten Blechkasten möglich ist. 🙂

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3 Comments

  1. Gratuliere!! Sehr stimmungsvolle Aufnahmen. Die leichten Überstrahlungen geben den Fotos eine besondere Note.
    Heute ist aber kaum nachzuempfinden was es vor 70 Jahren bedeutete solche Fotos selber machen zu können. „Capture a moment of time“ sagt unser Foto-Vetter aus USA immer. Und genau das ist daran wahrscheinlich die große Faszination für uns flüchtige Wesen.

  2. Haben die den TMax wirklich in die C41-Brühe gesteckt? Dann würde ich nen neuen Film verlangen.
    Es gibt zwei Schwarzweißfilme, die als Farbfilme im C41 Prozess entwickelt werden können. Einmal der Kodak BW400CN und der Ilford XP2.
    Prinzipiell würde ich aber bei Schwarzweißsachen sowieso empfehlen, das Negativentwickeln selber zu machen. Das ist wirklich recht einfach, spart Kosten und irgendwie gehört das dazu 🙂
    Es ist immer ein spannender Moment, die Dose zu öffnen um zu kucken, ob der Film was geworden ist…

    • Aahhh Du hast recht, das war natürlich nicht C41 … hatte das mit einem anderen Film verwechselt, den ich davor in einer anderen Kamera geschossen hatte… das war ein BW400CN (auf der Packung stand aber auch T-Max). War daher naiv davon ausgegangen, dass das bei T-Max Filmen generell so wäre, aber das Labor hat es anscheinend zum Glück besser gewusst. Das erklärt auch, warum dieser Film im Gegensatz zu dem anderen keinen Farbstich aufwies… 😉

      Ans Selbstentwickeln werde ich mich demnächst auch wagen. Da ich aber mit analoger Fotografie noch nicht so viel Erfahrung habe, wollte ich erstmal schauen, was so vom Labor zurück kommt, bevor ich die Filme selbst versaue … 😉


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