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Box-Kameras erlebten als erste Massenkameras Ihre Blütezeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Spartanisch ausgestattet bieten sie in der Regel nur wenige Einstellungsmöglichkeiten. Ein Blitzanschluss wie an der AFGA Box 600 ist geradezu luxuriös und einige Modelle besitzen nicht einmal den üblichen Stativanschluss. Auf der anderen Seite sind die einfachen Kameras nahezu unverwüstlich und bestechen auch heute noch durch ihre Einfachheit, zumal man auch nach mehr als 70 Jahren immer noch problemlos Rollfilme dafür bekommt.

Modelle

Bisher konnten wir drei verschiedene Box-Modelle testen.

  • Zeiss Ikon Tengor I 54/2 (ca. 1937). Feste Verschlusszeit ca. 1/25 oder „Bulb“-modus, drei Blendenstufen (22/16/11) und drei Entfernungsbereiche (1-2m, 2-8m, 8m-unendlich).
  • AGFA Box 50 (ca. 1950). Feste Verschlusszeit (im Netz finden sich Werte von 1/30 bis 1/50 Sekunde) oder Bulb. Zwei Blendenstufen durch Lochblech (vermutlich 8 und 11, auch hier finden sich unterschiedliche Angaben), sowie einen Gelbfilter. Ein Entfernungsbereich 3m-unendlich. Stativanschluss.
  • AGFA Box 600 (Synchro Box) (ca. 195x). Wie Box 50 nur zusätzlich mit Anschluß für ein Blitzgerät. Die Kontakte sind scheinbar nicht kompatibel mit aktuellen Blitzgeräten.

Eine Übersicht findet man z.B. auf Wikipedia, und Camerapedia.

Filme

Box-Kameras sind in der Regel für 120er Rollfilm ausgelegt und belichten im Format 6 cm x 9 cm, was acht Aufnahmen pro Film ergibt. Wegen der ungenauen Belichtung der Kameras bietet es sich an, Negativfilme zu verwenden.

Wir haben bisher mit folgenden Filmen experimentiert:

  • T-Max ISO 100
  • Kodak Portra VC 160
  • Ilford Delta 100

Einige Filme sind noch in der Kamera bzw. in Entwicklung; Ergebnisse werden nachgeliefert!

Praxis Erfahrungen

Die Boxkameras bieten keinerlei Belichtungsmessung und auch die Bedienungsanleitung gibt nur sehr grobe Hinweise für passende Einstellungen: „Moment: bei Filmempfindlichkeit 17 oder 18/10° DIN. Im Freien: Personen, Bauwerke, Landschaften. Sonnig bis leicht bedeckt: Blendenschieber 2 eingeschoben. Grelle Sommersonne: Blendenschieber 2 etwa 1cm (bis zum Einrasten) herausziehen. Gelbfilter: (Wolkenstimmung I) bei voller Sonne.“ – Quelle: Bedienungsanleitung AGFA Synchro Box 600

Es bietet sich also an mit einem externen Belichtungsmesser zu arbeiten. Bisher waren alle Bilder die mit einem solchen Gerät erstellt wurden brauchbar belichtet.

Eine weitere Möglichkeit ist einfach eine Kamera mit Belichtungsmessung (z.B. eine Spiegelreflex Kamera) als Belichtungsmesser zu verwenden. Hier können dann die Blende und Verschlusszeit der Box eingegeben werden. Der eingebaute Belichtungsmesser gibt Hinweise ob das Bild zu stark, richtig oder zu schwach belichtet wird.

Beispiel Bilder

Siegen bei Nacht

Siegen bei Nacht, aufgenommen mit AGFA Box 50 und Kodak Portra VC 160

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4 Comments

  1. ja mit einer box habe ich schon ewig nichts mehr gemacht….mal sehen 🙂
    gruss regido

  2. Ein schöner Blog, der sich hier entwickelt. Ich bin gespannt auf weitere Artikel rund um die alten Kameras. Speziell die Erfahrungen mit den verschiedenen Rollfilmen interessieren mich. In meinem Filmvorratskarton warten auch schon verschiedene „120er“ ungeduldig auf ihren Einsatz 🙂
    Ich werde öfter mal vorbei schauen.

  3. Hallo provinzler. Danke für dein Feedback. Was auf jeden Fall als nächstes noch ansteht sind Ilford, Kodak Ektar und etwas von Fuji. Bin selbst schon gespannt. Wir wollten uns in den nächsten Monaten auch einmal dem selbst entwickeln widmen. Hast du das schon ausprobiert?

  4. Ums Selbstentwickeln schleiche ich immer noch ein bisschen herum. Einerseits würde es mich schon reizen, meine Ergebnisse sofort zu sehen. Andererseits: Man hat nur einen Versuch 😦 und die „Alchemie“ der Tinkturen scheint so eine Wissenschaft für sich zu sein 🙂 Jeder Film verlangt nach seinem speziellen Wässerchen…


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