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Monthly Archives: Januar 2010

Eigentlich braucht man keine teuren Objektive, um Fotos zu machen; ein einfaches, sauberes Loch in der richtigen Größe und im richtigen Abstand zum Film/Sensor montiert reicht aus. Lochkamera-Fotografie bringt zwar gewisse Einschränkungen mit sich, von denen sich ein richtiger „Badass“-Fotograf aber nicht abschrecken lassen sollte. Im Gegenteil: das Basteln und Experimentieren macht Spass! Und wenn die Resultate von der Qualität auch nicht an gewohnte Standards herankommen mag, kann man ja aus der Not eine Tugend machen und in den beschränkteren Möglichkeiten neue Herausforderungen für das eigene Können und die eigene Kreativität sehen. Dass man auch mit einfachen Mitteln gute Fotos machen kann, steht jedenfalls außer Zweifel, wie viele Quellen im Netz beweisen (siehe z.B. die Galerien auf http://www.pinholeday.org/).

Dieser Artikel soll sich jedoch nicht mit den kreativen Möglichkeiten beschäftigen, sondern in erster Linie mit den technischen Vorraussetzungen für die Lochkamera-Fotografie. Anleitungen und Tutorials finden sich bereits zahlreich im Netz; wir möchten hier daher nicht so sehr auf die Grundlagen eingehen, sondern eher ganz praktisch von unseren eigenen Erfahrungen mit (digitalen) Lochkameras berichten.

Das Loch

Die schwierigste Herausforderung beim Bau von Lochkameras ist das Fertigen eines anständigen Lochs. Die Größe des benötigten Lochs ist vom Abstand zum Film/Sensor abhängig (also entsprechend der Brennweite) und kann mittels frei im Web verfügbarer Tools einfach bestimmt werden, z.B. mit PinholeDesigner. Das Loch sollte dabei nicht nur den richtigen Durchmesser aufweisen, sondern auch genau kreisförmig und frei von Graten sein. Das ist schwieriger zu bewerkstelligen, als es sich zunächst anhört, schwanken die idealen Lochgrößen doch im Bereich zwischen 0,3 und 0,7 mm. Bohrer in dieser Größe sind im Handel erhältlich; für erste Gehversuche reicht aber auch eine dünne Nadel aus.

Um den Durchmesser von Nadeln zu ermitteln gibt es einen Trick: man legt diese auf einen Scanner, und scannt sie ein (ca. 300 DPI reichen). Dann kann man das resultierende Bild mit einem Bildbearbeitungsprogramm öffnen und in vergrößerter Darstellung ausmessen. Photoshop stellt dazu z.B. unter dem Menüpunkt „Analyse“ ein Linealwerkzeug zur Verfügung, mit dem die Dicke der Nadeln ermittelt werden kann. Mit dem gleichen Trick kann man auch die Größe und Beschaffenheit von Löchern ermitteln.

Eingescanntes Loch

Wie man schon ohne Vergrößerung sieht, ist das hier dargestellte Loch nicht besonders gut, da es leicht eingedellt ist. Außerdem weist es innen einen (hier nicht sichtbaren) Grat auf. Read More »

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Box-Kameras erlebten als erste Massenkameras Ihre Blütezeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Spartanisch ausgestattet bieten sie in der Regel nur wenige Einstellungsmöglichkeiten. Ein Blitzanschluss wie an der AFGA Box 600 ist geradezu luxuriös und einige Modelle besitzen nicht einmal den üblichen Stativanschluss. Auf der anderen Seite sind die einfachen Kameras nahezu unverwüstlich und bestechen auch heute noch durch ihre Einfachheit, zumal man auch nach mehr als 70 Jahren immer noch problemlos Rollfilme dafür bekommt.

Modelle

Bisher konnten wir drei verschiedene Box-Modelle testen.

  • Zeiss Ikon Tengor I 54/2 (ca. 1937). Feste Verschlusszeit ca. 1/25 oder „Bulb“-modus, drei Blendenstufen (22/16/11) und drei Entfernungsbereiche (1-2m, 2-8m, 8m-unendlich).
  • AGFA Box 50 (ca. 1950). Feste Verschlusszeit (im Netz finden sich Werte von 1/30 bis 1/50 Sekunde) oder Bulb. Zwei Blendenstufen durch Lochblech (vermutlich 8 und 11, auch hier finden sich unterschiedliche Angaben), sowie einen Gelbfilter. Ein Entfernungsbereich 3m-unendlich. Stativanschluss.
  • AGFA Box 600 (Synchro Box) (ca. 195x). Wie Box 50 nur zusätzlich mit Anschluß für ein Blitzgerät. Die Kontakte sind scheinbar nicht kompatibel mit aktuellen Blitzgeräten.

Eine Übersicht findet man z.B. auf Wikipedia, und Camerapedia.

Filme

Box-Kameras sind in der Regel für 120er Rollfilm ausgelegt und belichten im Format 6 cm x 9 cm, was acht Aufnahmen pro Film ergibt. Wegen der ungenauen Belichtung der Kameras bietet es sich an, Negativfilme zu verwenden.

Wir haben bisher mit folgenden Filmen experimentiert:

  • T-Max ISO 100
  • Kodak Portra VC 160
  • Ilford Delta 100

Einige Filme sind noch in der Kamera bzw. in Entwicklung; Ergebnisse werden nachgeliefert! Read More »

Inspiriert von einer Anleitung im Web habe ich mir einen einfachen Blitzdiffusor aus einer Einwegsuppenschüssel gebastelt. Blitzdiffusoren sind z.B. in der Makrofotografie sehr nützlich, um eine gleichmäßige und sanfte Ausleuchtung des Motivs zu erreichen. Gute Beispiele für Aufnahmen, die mit ähnlichem Equipment gemacht wurden, finden sich z.B. auf Flickr.

D80 mit Suppenschüssel-Blitzdiffusor

D80 mit Suppenteller-Blitzdiffusor

Dabei wurde der Suppenteller einfach auf einen vor das Objektiv geschraubten UV-Filter aufgesteckt.

Bisherige Ergebnisse sind vielversprechend, vor allem wenn man das integrierte Blitzgerät der Kamera benutzen möchte.

Testfoto eines Schweizer Franken mit und ohne Blitzdiffusor

Testfotos (unbearbeitet)

  1. Mit Blitzdiffusor und externem Blitzgerät.
  2. Ohne Blitzdiffusor mit externem Blitzgerät.
  3. Mit Blitzdiffusor und integriertem Blitzgerät.
  4. Ohne Blitzdiffusor mit integriertem Blitzgerät (der Schatten entsteht weil das Objektiv die Münze verdeckt).