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„Ich hasse Fotografie…Ich hasse was sie mit mir macht“.

Image-1So war das vor einiger Zeit, ich war hobbytechnisch ausgebrannt. Ich hatte den Bagger echt voll von: goldener Schnitt, Lichtsetzung nach Rembrandt, Zonensystem, Fotoprojekte, Technik und all dem Schnick Schnack. Mal im ernst who the fXXX is Rembrandt. Ich hatte so Gedanken wie „16 Schweine beseitigen eine Leiche von 200 Pfund in etwa 8 Minuten? Wie lang brauchen die wohl für meine Fotoausrüstung“. Also lies ich alles liegen und betrachtete meine Kamera eher mit den Augen eines Ex-Freundes der seine Verflossene mit nem neuen Typen wieder sieht. Wenn ich Ihr gestattete mich zu begleiten, dann waren das eher lustlose Aktionen ohne jeglichen Output.

Dann keimten die Fragen in mir hoch…

Mal im Ernst, wir Menschen brauchen Fortschritt und Entwicklung, ich z.B. stehe auf das was Mobiltelefone heute können und probiere mit Begeisterung Apps aus. Wir schauen uns andauernd nach neuen HDirgendwas Fernsehern, schnelleren Computern, sparsameren Autos, 4k Gedöns um…Alles Entwickelt sich. Aber die Fotografie bleibt in ihren Gestaltungsprinzipien ein konservatives, angestaubtes Ungetüm im Sinne der großen Meister. Klar, Grundlagen sind wichtig…Das meine ich auch nicht. Ich empfehle jedem der mich fragt, was für eine DSRL er sich holen soll, erst mal ne analoge Kamera in die Hand zu nehmen um ein Gefühl für Fotografie zu bekommen. Nein, ich empfand es eher als Ballast auf meine fotografische Ausrichtung zu achten und bei jedem Bild gestalterisch zu überlegen ob DAS jetzt alles so richtig ist. Zudem erdrückte mich der ganze Technikfirlefanz und die Suche nach dem Besonderen. Vielleicht ist die Lomographie eine Alternative? Aber mich nervt die Präsentation von JEDEM „Griff ins Klo“ den ich fotografiere. Also weg damit. Experimentelle Fotografie? Was soll das sein?fotografie ist doch immer ein Experiment…Alles war falsch…Die jungen Wilden? Die wilde Seite der Fotografie?…Alles BlaBla. Ich wollte nicht zu einem Phantom hinter einer Kamera verkommen, dass ein Bild macht um des Bildes willen, um es dann jedem aufs Auge zu kleben. Einhorndenken ist nicht so meins.

Zahltag…

Ich musste mich irgendwie digital und hobbyistisch reinigen. ALLES flog raus, verschenkt…Weg damit, Leck mich. Alles bis auf meine FE2, die ich wirklich liebe. Flickr? raus…Facebook? raus…Ich setzte mich an meinen Rechner und löschte alles so zusammen, dass ich jetzt nur noch 200 Bilder besitze. Negativtaschen gingen in den Besitz der örtlichen Müllentsorgung über. Das Reinigen ging soweit, dass ich alte Kassetten wieder aus den Tiefen meiner Schubladen kramte und alte Songs hörte…Ich hatte vergessen was „The Cult“ für ne geile Band sind und dass der Song „Dead on Time“ von Queen ein echter Kracher ist? Dann hatte ich einen Zustand erreicht in dem ich kreativ wieder atmen konnte und es tat so unglaublich gut. In der Zeit entdeckte ich langsam mein Telefon als Fotomaschine. Ich trieb mich auf Instagram und auf der Straße rum, setzte mich mit der einfachsten Fotografie auseinander. Und so langsam beantworteten sich meine Fragen:

Im tiefsten Herzen war, bin und werde ich immer ein Punk sein und so im Geiste der Musikbewegung des NYHC handeln: „DIY- breche mit Konventionen, wenn dir die Regeln nicht passen dann mach es selbst“. Der fotografische Fortschritt ist mir eigentlich Sch…egal, wenn die Fotografie sich nicht entwickeln will und weiter auf Gestaltungsprinzipien von vor 30 Jahren und mehr aufbaut, dann soll sie das tun. Braucht dabei aber nicht auf mich zu zählen, denn ich entwickle mich weiter. Die Internetpräsenz von „Kwerfeldein“ hat mir dabei sehr geholfen.

Mein Motto wurde wieder: „Egal, da hab ich aber Bock drauf“.

Und da war sie wieder…Die Kreativität und klopfte in meinem Hirn wieder an die Tür mit der Aufschrift: Fotografie. Ich gestatte der FE2 mich wieder zu begleiten und fing an. Jedoch nicht ohne auf die innere Stimme zu hören…die zu mir sagte, nein mich anschrie: WEITER GEHEN…GEH WEITER und kein Stress mein Freund, es ist nur ein Hobby.

Und so versuche ich seit dem einen bescheidenen, aber mutigen Stil zu entwickeln, der immer neue Tore aufstoßen soll um Bilder, auch fern aller fotografischen Gesetzmäßigkeiten zu machen. Ich möchte wieder einen besonderen Aspekt, etwas abstraktes in meine Bilder bringen, so wie damals in der 10. Klasse im Kunstunterricht, als ich anfing zu fotografieren und  Bilder machen konnte auf die ich Lust hatte. Ich bin auf nem guten Weg dahin, glaub ich. Auch wieder digital ;).

Ja, hat also doch alles irgendwie ein gutes Ende genommen, zumal ich erkannt habe, was mir abhanden gekommen war, nämlich der Wille zur Entwicklung und die Bewertung von Gesetzmäßigkeit, die ich nicht immer ernst nehme…

Ich bedanke mich fürs zuhör…nein fürs lesen natürlich. Mir war es ein Bedürfnis auch mal diese Seite der Fotografie zu beleuchten.

Zum Ende dieses Blogposts das Motto der Band Youth of Today: „Break down the Walls“.

Photographer’s Notebook: Neues Design.

Bei der analogen Fotografie muss man sich die Kameraeinstellungen notieren wenn man später, wenn der Film entwickelt ist, noch wissen möchte unter welchen Bedingungen das Foto entstanden ist. Dazu verwendet man in der Regel ein Notizbuch, in das die Werte mit Datum und Fotonummer versehen eingetragen werden können. Ein einfacher Zettel tut es im Prinzip natürlich auch.

Ich selbst bin schrecklich undiszipliniert was die Dokumentation meiner analogen Foto-Experimente angeht, unter anderem auch weil ich das Hantieren mit Notizbuch und Bleistift „im Feld“ eher unpraktisch finde. Vor einigen Jahren brachte uns ein Blogeintrag eines Fotografen im Internet auf die Idee, dass man die Metadaten von Fotos ja auch mittels einer App auf dem Handy notieren könnte. Das hat den Vorteil mit einer Hand bedienbar zu sein, und die Daten liegen direkt in einem digitalen Format vor — was insbesondere dann praktisch ist wenn man die Fotos später scannen möchte. Die Idee zu „Photographer’s Notebook“ war geboren.

Nach mehreren Jahren Entwicklungsarbeit mit Unterstützung einer studentischen Projektgruppe an der Universität Siegen ist die App mittlerweile fertig im Play Store sowie bei F-Droid für Android Geräte erhältlich. Es handelt sich ausdrücklich um eine Beta Version die auch aktuell (mangels Zeit) nicht weiterentwickelt wird. Das meiste funktioniert aber ganz gut, und da die App Open Source ist kann sich jeder mit Zeit und Android-Know How gern an der Weiterentwicklung beteiligen (Repository: https://bitbucket.org/sdraxler/photographers-notebook/).

Viel Spaß beim Ausprobieren, vielleicht kann ja der ein oder andere etwas damit anfangen.

Euer Alex

Update:

Wir haben’s nicht lassen können und doch in den letzten Wochen noch etwas an der App gearbeitet. Insbesondere sieht die App jetzt mehr nach Android aus (mit HOLO-Theme und Action Bar), viele Funktionen sind jetzt besser erreichbar als vorher, und das Design wurde aufgehübscht mit dynamisch generierten Film-Icons statt der wenig intuitiven Foto-Preview. Ausserdem haben wir bei der Gelegenheit noch den Code etwas aufgeräumt und eine Reihe von Bugs gefunden und repariert.

Get it on Google Play

In den letzten Jahren ist mir Lightroom für die Bearbeitung und Verwaltung meiner Fotos ziemlich ans Herz gewachsen. Da ich in letzter Zeit jedoch häufiger mit Linux arbeite habe ich mich mal umgesehen und wurde angenehm überrascht was für vielfältige und ausgereifte Alternativen es mittlerweile gibt.

LightZone

LightZone war bis vor kurzem eine kommerzielle Software, die inzwischen aber Open Source und kostenlos erhältlich ist. Man muss sich allerdings in einem recht komischen Prozess registrieren. LightZone bietet weniger Bearbeitungsmodule als Lightroom und auch nur marginale Verwaltungsfunktionen. Dabei kommt das Tool ohne Datenbank aus, das heisst man arbeitet direkt auf der Festplatte. Dennoch arbeitet die Software nicht-destruktiv, und auch noch erstaunlich schnell. Interessant ist auch das LightZone einen etwas anderen Ansatz verfolgt als andere Fotobearbeitungssoftware und sich stark an einem Zonensystem orientiert. Bearbeitungen können so leicht auf bestimmte Bereiche angewendet werden. Läuft unter Linux, Mac, und Windows. Derzeit mein Favorit.

Darktable

Ein ziemlich klarer Lightroom-Klon mit einer etwas eigenwilligen Bedienung. Bietet dafür bei der Foto-Verwaltung und -Bearbeitung eigentlich alles was Lightroom kann, und dank umfangreichem Plugin-Angebot sogar noch das ein oder andere mehr wie mir scheint. Das Tool ist noch im Beta-Stadium, es gibt aber eine ziemlich aktive Community die Darktable weiterentwickelt. Man merkt noch einige Ecken und Kanten, aber die Software hat auf jeden Fall ein hohes Potential. Läuft allerdings nur unter Linux und auf dem Mac.

RawTherapee

Sozusagen der Platzhirsch unter den Open Source Raw-Bearbeitungsprogrammen (bevor Darktable entwickelt wurde jedenfalls). Bietet vielfältige Fotobearbeitungs und -verwaltungsfunktionen – eigentlich alles was man so braucht – und kommt dabei wie LightZone ohne Datenbank aus. Sehr reife, stabile und gut etablierte Software, die eine Menge Funktionen bietet, dafür im Vergleich allerdings etwas behäbig in der Bedienung ist. Kostenlos für Linux, Mac, und Windows.

Corel AfterShot Pro

Eine kommerzielle und unglaublich schnelle Foto-Workflowsoftware die sich ebenfalls stark an Lightroom orientiert. Früher war die Software als Bibble Pro bekannt, wurde dann aber von Corel gekauft und umbenannt. Kostet ca. 90 EUR, es gibt aber eine 30 Tage Testversion. Leider wurde wohl kürzlich die sehr gute Rauschfilterung aus der Software entfernt, und in Foren beklagen sich einige Nutzer dass die Entwicklung ziemlich langsam vorangeht und man lange auf Updates warten muss. Konnte auch die NEF Dateien aus meiner D610 als einziges der getesteten Tools nicht lesen. Läuft ebenfalls unter Linux, Mac, und Windows. Für mich aufgrund der beschrieben Probleme eher weniger interessant.

Es gibt auch noch ein paar andere Tools die hier erwähnt werden sollten: DigiKam sieht z.B. recht vielversprechend aus, und Shotwell stellt auch eine ganze Reihe von Funktionen zur Verfügung (erinnert mich ein wenig an iPhoto). Die schau ich mir dann bei Gelegenheit vielleicht auch nochmal näher an.

– Alex

In bestimmten Situationen kann es Sinn machen eine Kamera automatisiert auszulösen, z.B. bei der Highspeed Fotografie, aber auch für Intervall-Aufnahmen oder Selbstportraits. Die meisten Kameras bieten bereits einen Selbstauslöser oder lassen sich ferngesteuert bedienen wenn man das entsprechende Zusatzzubehör kauft. Alternativ kann man auch selbst etwas basteln und mit Hilfe von Mikrocontroller Boards sogar automatisieren. In einem älteren Blogeintrag habe ich bereits ein mögliches Einsatzszenario skizziert. Hier möchte ich mich jetzt der technischen Seite widmen und ein paar von meinen eigenen Erfahrungen mit der Materie schildern.

Technische Grundlage

Der Elektronikhandel bietet eine breite Palette von so genannten „Mikrocontroller Boards“ an die sich sehr gut zum Fernsteuern von Kameras eignen. Die bekannteste und verbreitetste Variante ist der Arduino der in verschiedenen Formaten erhältlich ist (von „Nano“ bis „Mega“) und sich gezielt an Einsteiger richtet. Das Standardboard, der Arduino Leonardo, ist für etwa 25 EUR erhältlich.

Arduino Uno (der Vorgänger des Leonardo)

Arduino Uno (der Vorgänger des Leonardo)

Arduinos lassen sich per Batterie betreiben und bieten vereinfacht gesagt eine Reihe von digitalen Ein- und Ausgängen, an die sich elektrische Komponenten anschließen und gezielt ansteuern lassen. Damit lassen sich mit einfachen Mitteln sehr spannende Projekte realisieren, wie eine breite Auswahl von Beispielen im Web zeigt.

Um beispielsweise Sensorwerte auszulesen oder Aktoren wie LEDs (oder Kameras, dazu später mehr!) anzusteuern lassen sich die Boards mit Hilfe einer frei erhältlichen Entwicklungsumgebung programmieren. Dabei ist es sehr hilfreich dass es eine sehr aktive Community um den Ardino gibt die neben einfachen Programmierbeispielen auch komfortable Softwarebibliotheken bereitstellt die man in eigene Projekte einbinden kann. Gerade auch für das Ansteuern von Kameras gibt es dort eine breite Auswahl von Beispielprojekten.

Außerdem bieten Hardwarehersteller eine große Palette von Zusatzboards an, so genannte „Shields“, die sich einfach auf den Arduino aufstecken lassen und weitere Funktionalitäten wie Wlan oder Bluetooth bereitstellen.

Die Verbindung zur Kamera

Für das Ansteuern einer Kamera mit einem Arduino Board bestehen grundsätzlich die gleichen Möglichkeiten wie mittels gekauftem Zubehör. Viele Kameras haben beispielsweise einen Infrarot Empfänger für eine Fernbedienung, die sich mittels einen IR Diode vom Arduino auslösen lassen (entsprechende Softwarebibliotheken, die mit verschiedenen Kameramodellen „sprechen“ können, sind sogar bereits vorhanden).

Eine andere Möglichkeit ist die Verbindung per Kabel. Die meisten Kameras lassen sich recht einfach auslösen indem zwei Kontakte (einer für den Autofokus, und ein zweiter für den Auslöser) mit einem Minus Pol kurzgeschlossen werden. Um herauszufinden wie die Steckerpins für die entsprechende Kamera belegt sind lohnt sich eine Recherche im Internet (hier z.B. ein Beispiel für den 10-poligen Stecker einiger Nikon Kameras). Wenn man schon einen Kabelfernauslöser hat kann man das recht einfach nachvollziehen da diese nach dem gleichen Schema funktionieren.

Arduino mit Bluetooth-Shield und angeschlossenem Kamera-Kabel (der Optokoppler ist auf der kleinen Lochrasterplatine unter dem schwarzen Isolierband)

Arduino mit Bluetooth-Shield und angeschlossenem Kamera-Kabel (der Optokoppler ist auf der kleinen Lochrasterplatine unter dem schwarzen Isolierband)

Für das Anschließen an den Arduino kann man ein vorhandenes Kabel nehmen und es mittels Optokopplern an die digitalen Ausgänge des Boards anschließen. Steuert der Arduino die Ausgänge an, schließt der Optokoppler die entsprechenden Stromkreise in der Kamera und es wird ein Foto aufgenommen. Auf ganz ähnliche Art und Weise kann man auch ein Blitzgerät ansteuern, was insbesondere bei der Highspeed Fotografie sinnvoll sein kann wenn die Kamera-Fernauslösung zu träge ist für das Einsatzszenario.

Auslösen per Fernsteuerung

Ist die Kamera erst mal mit dem Arduino verbunden bieten sich eine ganze Reihe von Möglichkeiten für Experimente. So kann man mittels einer IR Diode und einem IR-empfindlichen Lichtsensor eine Lichtschranke bauen und die Kamera auslösen sobald der Mikrocontroller eine Änderung registriert. Oder man schließt ein Mikrofon an, etwa um einen platzenden Ballon im richtigen Moment zu erwischen. Andere Einsatzszenarien sind Intervallaufnahmen oder Langzeitbelichtungen etwa in der Astrofotografie.

Eine weitere Variante ist das Auslösen der Kamera per Funk, etwa mit Hilfe eines Bluetooth-Shields und eines Android-Handys, was ich bereits an anderer Stelle beschrieben habe.

Fazit

Kameras per Mikrocontroller fernzusteuern bietet vielfältige Möglichkeiten insbesondere für die Studiofotografie und erfordert nur geringe finanzielle Ressourcen. Vorerfahrungen in der Elektronik sowie in der Programmierung sind dabei von Vorteil, insbesondere wenn man Kameras per Kabel ansteuern will da hier die Möglichkeit besteht seine teure Hardware durch falsche Verkabelung zu beschädigen. Zudem ist für komplexere Projekte viel Zeit zum Ausprobieren erforderlich, da sich einfache Ergebnisse zwar relativ leicht realisieren lassen, aber der Teufel oft im Detail steckt und viel Feinarbeit erfordern kann. Durch die breite Palette an vorhandenen Beispielprojekten die man Nachbauen oder bei seinen eigenen Versuchen weiterentwickeln kann bieten sich aber auch für Einsteiger gute Lernmöglichkeiten und führen schnell zu ersten Erfolgen.

— Alex

PremierPhotoCommunity

Der Erfolg von Flickr, 500px und anderen Foto Communities ist ungebrochen. Ich hatte mich vor einigen Jahren für Flickr entschieden und war etwa 3 Jahre lang zahlendes Mitglied. Nach all der Zeit mehr oder weniger fleißiger Beteiligung, frage ich mich nun:

Warum tue ich mir diese Online Foto Communities eigentlich an?

Die schiere Masse an Bilder lässt Schätze zu schnell untergehen und die reine Präsentation auf dem Bildschirm lässt meine Motivation in neue Tiefen sinken. Ein Gutteil der Flickr Nutzer wird wohl auch weiterhin Bilder mit „Great Shot!“ bewerten, weil die Auflagen der Gruppe in der sie posten das Kommentieren anderer Werke erfordert. Was das mit Community und Austausch zu tun hat, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Sicher, es gibt auch einige unglaublich nette Leute, die konstruktive Kritik anbringen und mit viel Freude und Leidenschaft.

Ich bekomme dagegen immer mehr Lust darauf, meine Bilder aufs Papier zu bringen, an die Wand zu hängen oder in dieser Form mit anderen zu vergleichen und bewerten. Alles begann mit einem kleinen Foto Wettbewerb, zu dem ein befreundeter Maler aufgerufen hatte. Bei einem Glas Wein, hatte er im Spaß dazu angestachelt, unsere Toskana Fotos zu vergleichen. Plötzlich wurde die Sache ernst, denn schnell hatte sich eine Jury zusammengerottet, die uns nun (beide) tatsächlich dazu zwang unsere Bilder zu zeigen. Aus einem Urlaub mit über tausend Bildern, mussten also drei Bilder ausgewählt werden. Die Auswahl trieb mich in den Wahnsinn, weil ich mich natürlich nicht entscheiden konnte. Außerdem sollte jedes Bild mit einer Passepartout versehen werden. Wir hatten recht verschiedene und keine davon war einfach weiß oder schwarz. Der Abend des Wettbewerbs kam irgendwann. Der Stress war verflogen und mir begann die Sache immer mehr Spaß zu machen. So viel Spaß, dass ich etwas ähnliches später gerne wiederholen wollte. Doch einerseits wollte ich nicht regelmäßig Freunde mit meinen kreativen Unfällen erquicken, andererseits interessierte es mich auch was Menschen zu den Bildern sagen, die selbst fotografieren.

Was nun? 

Schon vor einem Jahr hatte ich erfahren, dass es einen lokalen Foto Club gibt. Bisher dato ich keine Motivation aufgebracht diesen zu besuchen. Jetzt allerdings bekam ich Lust darauf, mir die Sache genauer anzusehen. Tatsächlich wurden gleich am ersten Abend Bilder in Passepartout an die Wand gehängt, bewertet und diskutiert. Manchmal vielleicht etwas harsch, nicht immer nachvollziehbar, oft aber auch sehr nett und durch großartige Kommentare und Vorschläge unterstützt. Nach mehr als einem halben Jahr, hänge ich meine Bilder ab und an ebenfalls auf und versuche mich an der Diskussion zu beteiligen. Bisher bereitet die Sache viel Freude. Ich kann jedem der von Flickr & Co. müde ist nur empfehlen, sich den lokalen Foto Club einmal etwas genauer anzuschauen.

 

— Sebastian

Manchmal möchte man beim Fotografieren möglichst lange belichten um bestimmte Effekte zu erzielen. So verwandelt sich etwa Wasser in weiche Watte wenn man lange genug belichtet, oder das Licht fahrender Autos zeichnet strahlende Linien entlang der Straßen. Während Lichtstreifenfotografie sich für die Abendstunden anbietet, ist tagsüber häufig ein Graufilter (oder eine Lochkamera) erforderlich um den gewünschten Effekt zu erzielen. Wenn man dann zusätzlich so weit wie möglich abblendet lassen sich auch bei hellem Sonnenschein schöne Wasseraufnahmen machen.

Flow

Graufilter, 1/3s, f25, ISO 100.

Will man noch länger belichten, muss man entweder einen sehr starken Graufilter kaufen oder mehrere aufeinandersetzen. Wem das zu teuer ist, der kann auf alternative Lösungen zurückgreifen, wie etwa auf Schweissglas das im Baumarkt für wenige Euro zu bekommen ist. Damit verliert man zwar die Farbinformationen, dafür kann man aber extrem lange belichten … 30 Sekunden sind auch zur Mittagsstunde kein Problem.

Flow

Schweissglas, 30s, f11, ISO 100, in s/w konvertiert.

Für die Montage auf der Kamera kann man z.B. die Schweissglasscheibe einfach auf einen entsprechenden Vorsatz kleben, etwas mit Gummibändern basteln, oder man benutzt ein kommerzielles Filterhaltersystem.

Wenn man Zugriff auf einen 3D Drucker hat, kann man sich auch einen Filterhalter ausdrucken. Der Badassphotographer Sebastian hat einen entsprechende Vorlage konstruiert und auf Thingiverse zum Download freigegeben. In diese lässt sich eine Schweissglasscheibe einfach einschieben, und der Filter kann danach auf den Standard-Bajonettverschluss eines passenden Objektivs gesetzt werden.

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Filterhalter aus dem 3D Drucker

Die Möglichkeiten zum Basteln und Ausprobieren sind grenzenlos … viel Spaß beim Ausprobieren!

Euer Alex

Fertiger Space Invader

Wer dieses Blog besucht wird sich für das Fotografieren interessieren und vielleicht auch für Fotos. Flickr ist ja auch schön und gut, aber ab und an möchte man vielleicht auch eines der eigenen Bilder an der Wand sehen. Da sich hier im Laufe der Zeit so einiges ansammelt, lässt sich daraus leicht eine Art Mosaik oder Collage herstellen. (Ich bin fest davon überzeugt, dass ich diese Idee exakt so zuvor auf einem anderen Blog gesehen habe. Allerdings ist es mir bis heute nicht gelungen die genaue Quelle ausfindig zu machen. Wenn jemand weiß woher das stammt, würde ich mich über Feedback freuen).

Das Mosaik soll nun einerseits ein paar Fotos zeigen, andererseits selbst eine bestimmte Gestalt besitzen. In diesem Beispiel wurde eine Figur aus dem Computerspiel „Space Invaders“ ausgewählt. Mit kleinen Kacheln wurde die grobe Figur aus dem altertümlichen Computerspiel dargestellt.Die Figur ist dabei wie auf dem Bild zu erkennen so grobschlächtig, dass jeder Pixel der Computergrafik durch ein Foto repräsentiert werden kann. Die folgende Artikel ist eine Anleitung, wie ihr aus euren Bildern einfach selbst ein solches Mosaik anfertigen könnt.

Vorbereitung – Material und Werkzeug für den Bau

Werkzeuge Vorbereiten

  • Messschieber
  • Bohrmaschine + 5mm Holzbohrer
  • Teppichmesser
  • Zollstock/Maßband
  • Hammer
  • Sandpapier – mittlere Körnung, zum entgraten der Sägekanten und Ecken.
  • Wasserwage
  • Holzplatten: 90mm x 90mm x 28mm; Wurden im Baumarkt direkt auf dieses Maß geschnitten. Hier wurden 50 Stück verwendet. Das hängt aber natürlich vom Motiv ab.
  • 1 Dose Sprühkleber (reicht für 50 Kacheln und man hat noch etwas über)
  • Ausbelichtete Fotos in 9x13cm. Am besten ein paar mehr als die Anzahl der Kacheln, falls etwas schief geht.
  • Nägel zum Aufhängen (15mm x 1mm) – möglichst klein. Vermutlich sind Stecknadeln noch besser, hatte aber keine
  • Schnittfeste Unterlage
  • Zeitungspapier

1. Schritt – Fotos herstellen (Wo? Computer + Foto Labor des Vertrauens)
Zuerst einmal beginnt ihr damit, eine Auswahl der Fotos zusammenzustellen, die später euer Mosaik ergeben soll. Da die Fotos beim späteren Arbeiten Schaden nehmen können, ist es sinnvoll ein paar auf Ersatz vorzubereiten (Für den Space Invader wurden 56 Bilder vorbereitet). Da die Kacheln quadratisch werden, sollten natürlich auch Bilder gewählt werden, die im quadratischen Zuschnitt wirken. Der Zuschnitt (quadratisch) kann dann Beispielsweise in Lightroom vorgenommen werden.

Anschließend geht ihr mit euren bearbeiteten Bildern in das lokale Foto Labor und lasst sie in 9 x 13 cm ausbelichten.

2. Schritt – Trägermaterial für die Fotos (Baumarkt)

Nun benötigt ihr ausreichend viele quadratische Holzplatten für euer Motiv. Damit sie zu den Bildern passen, müssen sie Kantenlänge 9 cm haben (Also 9 x 9 cm) Für den Space Invader braucht man 46 Stück. Auch hier bietet es sich allerdings an 2 – 3 auf Reserve zu haben. Die Platten bekommt ihr im Baumarkt. Sie werden auf Anfrage auf dieses Maß geschnitten. Wegen den vielen Sägestellen, waren die Platten erst am nächsten Tag fertig. Das Holz (28mm starke Leimholzplatte) inklusive des Sägens haben etwa 35,- € gekostet.

3. Schritt – Befestigungsmöglichkeit anbringen (Werkstatt)

Mit dem Maßband und Bleistift oder Messschieber markiert ihr nun auf jeder Kachel, wo sich jeweils ein Loch zum Aufhängen befinden soll. In einer ordentlich ausgestatteten Werkstatt kann man sich vielleicht auch eine Bohrschablone basteln, dann kann man sich die viele Markierungsarbeit sparen. Hier wurde jede Platte allerdings mit dem Messschieber markiert. (20mm von oben und 45mm von der Seite – also in der Mitte).

Anschließend bohrt ihr genau an der Markierung in jede der Holzplatten ein Loch. Dabei am besten nicht ganz durchbohren, damit die Fotos auf der Frontseite später gut aufliegen. Die Löcher in den Kacheln des Space Invader sind etwa 10mm tief.

Letzter Schritt zur Vorbereitung der Kacheln: Wenn die Kanten vom Sägen scharf sind, könnt ihr sie vorsichtig mit Sandpapier etwas weicher machen.

4. Schritt – Fotos Aufkleben (Werkstatt)

Aufkleben der Fotos

Hier gibt es einiges zu beachten. Es gibt zwei Techniken mit dem Kleber umzugehen. 1) Beide Seiten einsprühen, antrocknen lassen und dann zusammenkleben. Das ist dann sofort bombenfest und nicht mehr verschiebbar. Deshalb empfiehlt sich Methode Nummer 2) Eine Seite (nämlich die Rückseite des Foto) einsprühen, dann noch feucht auf die Holzplatte legen, positionieren und leicht andrücken. Dabei können immer nur wenige Fotos gleichzeitig mit Kleber besprüht werden, weil er sonst zu schnell trocknet. Die Fläche auf der die Fotos besprüht werden sollte mit Zeitungspapier abgedeckt werden. Alle paar Durchgänge sollte die Zeitung erneuert werden da die Fotos sonst Kleber Reste auf der Motivseite abbekommen können.

Nach dem Andrücken, wird jede Kachel auf die Motivfläche gelegt und mit dem Cutter Messer an der Holzkante entlang abgeschnitten. Jetzt wird also auf einem 9×13 Foto mit weißen Rändern ein 9×9 Foto. Die Kacheln müssen jetzt eine Weile trocknen. Am besten werden diejenigen, die (mit Zeitung dazwischen) aufeinander gestapelt oder anderweitig beschwert werden.

5. Schritt – Aufhängen (Die Zielwand)

Damit das Mosaik wirkt, müsst ihr jetzt einigermaßen genau Nägel oder Nadeln in die Wand schlagen. Hier wurde ein Hilfsmittel verwendet. Auf einem Holzbrett wurden die Abstände der Kacheln mit einem Bleistift markiert (in diesem Fall genau 10cm). Das Brett diente nun für jede Reihe als „Lineal“. Das Brett wurde auf einen kleinen Tisch abgelegt (und mit der Wasserwage ausgerichtet). Dies war die unterste Reihe der Kacheln. Anschließend wurde das Brett für jede Reihe um 10 cm erhöht (mit Büchern, CDs, Kartons, etc. unterbauen) und wiederum an der Wand markiert, wo ein Nagel eine der Kacheln festhalten soll.

Für jede Markierung schlägt man einen Nagel oder eine Nadel in die Wand und kann dann eine Kachel nach eigenem Gusto aufhängen.

 

Viel Spass beim basteln.

— Sebastian

Wein (provinzlateinisch vino aus lat. vinum und darüber hinaus vermutlich ein Wanderwort, das aus den semitischen in die indogermanischen Sprachen gelangt ist) ist ein alkoholisches Getränk, das aus dem vergorenen Saft von Weinbeeren hergestellt wird….jajaja…

Für mich ist Wein seit heute in erster Linie eine super Alternative in der Negativentwicklung.

Nach diversen Ausflügen in die Dunkelkammer und die eigene Negativentwicklung, nach Experimenten mit Kaffee und verschiedenen Filmen in der Rotationsentwicklung schrie mein Laborherz nach neuen Aufgaben…Diese Aufgabe entdeckte ich im Zauberwort Wineol.

Wineol ist ein alternativer Negativentwickler auf der Basis von billigem…und wirklich furchtbar billigem…Rotwein…und nein, der war wirklich nicht zu schade dafür. Das Rezept fand ich auf der Seite von Kwerfeldein und wurde dort von Tobias Pohl erwähnt.

Bei Wineol macht man sich genau wie bei Caffenol die Säure zu nutzen, gute Ansätze hatte Tobias Pohl schon bei diversen Filmen und Entwicklungsmethoden gemacht. So entschloss ich mich eine von Ihm bereits getestete Kombi mit (einem meiner Favoriten) dem Ilford FP4+ nachzukochen. Allerdings lagen nur Erfahrungswerte für die Kippentwicklung vor. Deswegen legte ich die Faustregel 1/3 weniger Entwicklungszeit bei gleicher Temperatur fest, die ich aus eigener Rotationserfahrung ableiten konnte.

 

Das Rezept:

 

 

 

 

 

450 ml Rotwein, hier empfielt sich der Merlot pays d’oc 2010 vom Aldi. Spätere Versuche mit noch billigerem Wein aus dem Tetrapack waren weniger ergiebig im Ergebnis.

45 g Waschsoda

2-4 g Ascorbinsäure

Das ganze Mixen und die Nase dabei zuhalten, was dabei rauskommt ist schwarz/blau und stinkt wie die Pest.

Wie bereits erwähnt entschied ich mich für die Rotationsentwicklung bei 21 Grad C und 30 Minuten.

Alles wie gehabt, Testfilm einspulen, vorwässern, Wineol (beim Einfüllen habe ich ein Sieb benutzt um eventuellen Weingrieß oder ähnliches auf dem Film zu vermeiden), wässern, fixieren, schlußwässern, fertig…und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Details in den Regentropfen und Himmel gut sichtbar.

Der Himmel ist verhältnismäßig gut ausdefiniert.

 

Das Nagativ ist gut entwickelt,leichte Körnung, details sind vorhanden. Ich hätte mit einer Rotfärbung gerechnet, statt dessen haben die Negative einen ganz leichten Sepiaton der beim Scannen jedoch weitgehend verschwindet.

 

Ich werde weitere Test machen, da ich den Ilford FP4+ im Prinzip liebe, er aber nicht soooo gut auf Wein anspringt wie ich mir das gedacht habe, ist wohl eher ein Weißweintrinker 😉 …naja, mag auch an dem modernen Trägermaterial liegen.

Hab da noch ne Einladung auf  ein bis zwei Gläser mit einem Rollei Retro 80s. Mal schauen wie die Entwicklung ausfällt da es sich bei dem Retro ja um einen Film mit klassischen Trägermaterial handelt, welches nach meiner Erfahrung besser auf alternative Entwickler reagiert.

 

Oder doch mit Urin versuchen? Naja…

 

Bis dahin

 

Gut Licht und Prost

 

Christian

 

Moderne digitale Spiegelreflexkameras verwenden häufig Sensor-Chips die kleiner sind als ein 35mm Negativ. Bei Nikon sind solche Kameras mit dem Kürzel „DX“ gekennzeichnet, während Kameras mit großem Chip (sog. Full Frame) mit dem Zeichen „FX“ versehen sind. Neben der Bildqualität beeinflusst die Größe des Sensors auch die Wahl des Objektivs. Für DX-Kameras gibt es nämlich spezielle DX-Objektive, die für die kleinere Chipgröße optimiert sind. Diese eignen sich in der Regel nicht für die Verwendung an FX-Kameras, da meist nicht der komplette Sensor (oder Film) von dem Objektiv abgedeckt wird und so schwarze Ränder entstehen. Trotzdem ist es natürlich spannend, seine neueren DX-Linsen mal an ältere Kameras zu montieren (natürlich nur wenn das Bajonett kompatibel ist).

F90x (FX) mit Nikkor 35mm 1.8 (DX).

So habe ich kürzlich eine relativ moderne, analoge Spiegelreflexkamera in die Finger bekommen: eine Nikon F90x. Während gerade Zoomobjektive wie das Nikkor 16-85 DX oder das Nikkor 18-135 DX schon im Sucher zeigen dass sie nicht für den Einsatz an FX-Kameras geeignet sind ließen sich mit zwei anderen Linsen gute Resultate erzielen: dem Tokina 12-24 DX, und dem Nikkor 35mm 1.8 DX. Obwohl das Tokina nur im Bereich von ca. 16-24mm den gesamten Sensor/Film abdeckt finde ich beide Linsen durchaus brauchbar für die Hobbyfotografie mit analogen Kameras. Ein Versuch lohnt sich also.

Aufnahme von Bonn-Endenich mit Tokina 12-24 DX and einer F90x (auf abgelaufenem Fuji Velvia 100). Einstellung ca. 16mm.

Aufnahme von Bonn-Endenich mit Nikkor 35mm 1.8 and einer F90x (auf abgelaufenem Fuji Velvia 100).

Ich hatte neulich mal wieder einen abgelaufenen Film in der Kamera. Nachdem ich schon längere Zeit mit abgelaufenem Material (hauptsächlich Fuji Sensia und Velvia) fotografiere hatte ich eigentlich nicht wirklich mit sichtbaren Effekten gerechnet, wurde aber überrascht: alle Positive sind gesprenkelt mit roten Punkten unterschiedlicher Größe, sieht ein wenig nach Masern aus. Bei dem Film handelte es sich um einen seit 2006 abgelaufenen Agfa Precisa 200, bei der Kamera um eine Nikon FA.

Hier mal einige unbearbeitete Beispiele aus dem Durchlichtscanner, aufgenommen auf dem Kölner Melatenfriedhof:

In meinem Flickr-Stream gibt es auch noch einige relativ stark nachbearbeitete Fotos aus der Serie zu bewundern.